warum böse mädchen tatsächlich an die spitze kommen

oceanblue-style_hosenanzug_mode-blog_business_office_karriere_frau_frankfurt

Wer mir jetzt hier jetzt als erstes den Hinweis auf den Tisch knallt, dass mein Hosenanzug viel zu faltig ist und gut und gern mal ein Bügeleisen vertragen hätte (was ja der Job einer Stylistin ist, wenn ich denn so wichtig wäre, dass ich eine hätte), wer das nicht nur denkt, sondern auch ungerührt ausspricht, der hat mit seiner Aggressivität schon mal 1a-Aussichten, im Top-Management Karriere zu machen.

Frauen, die streitsüchtiger, aggressiver und selbstherrlicher auftreten, klettern die Karriereleiter nach oben. Wobei die Voraussetzung für Karriere vermutlich knitterfreie Klamotten sind.

 

Böse Mädchen machen Karriere

Karriere definiert sich in Deutschland ja meines Erachtens immer noch über die Leiter, die eine Person in einem Unternehmen oder in einer Organisation aufsteigt. So hat kürzlich jedenfalls der Spiegel berichtet: Wer als Frau Karriere machen will, der muss robust sein. Ich bin ja nun schon Ü50 – das wird nichts mehr mit der Karrieren –  und war mal klassisch in der Wirtschaft tätig. (Tourismus/Finanzen – Frankfurt!) Aus jener Zeit stammt noch der einzig seriöse Hosenanzug, den mein Kleiderschrank aufzuweisen hat. Kürzlich bat mich eine Management-Firma zum Fotoshooting für ihren Internetauftritt. Da kam das gute Stück wieder zum Einsatz. Von jenem Tag stammen auch die Fotos.

Abgesehen von dem Druck, einem gewissen Dresscode folgen zu müssen, war mir das Arbeiten in einer Unternehmenshierachie zutiefst zuwider. Hosenanzüge trage ich immer noch gern, aber viel lieber in Pastell – denn Pink erobert Power! Auch wenn ich keinem Unternehmen mehr angehöre, schaffe ich es immerhin noch so auszusehen. Jahreslanges Theater spielen macht sich halt bezahlt 🙂

 

 

oceanblue-style_hosenanzug_mode-blog_business_office_karriere_frau_frankfurt

 

Pink macht Karriere

Also, ich war immer schon ein großer Fan des Hosenanzugs. Und dass er diese Saison auch noch Pastellfarben daherkommt, ist genau nach meinem Geschmack: Denn Pastell trifft Power, Pink macht Karriere, sage ich mir. Wie ich meinen rosafarbenen Hosenanzug lässig style, seht ihr übrigens im Post „Das lässige Doppel-Leben des Modeklassikers – 7 Wege einen Hosenanzug zu stylen.

 

 

oceanblue-style_hosenanzug_mode-blog_business_office_karriere_frau_frankfurt

 

Frauen sind doch nicht wirklich so biestig?

Streitsüchtig, aggressiv und selbstherrlich – das sollen Frauen an den Tag legen, wenn sie Karriere machen wollen? Nee, das haben sie an den Tag gelegt, weil sie schon Karriere gemacht haben!

Das hat nämlich die Managementforscherin Marion Büttgen dem Manager-Magazin erzählt. Demnach ist Alphatierverhalten – haltet euch fest – geschlechtsneutral. Tja, nix mit, „die bösen Männer“.

 

Durchbeißen, Ellenbogen und Härte sind – oh, Wunder – geschlechtsneutral. Und wer Hauen und Stechen kann ist klar im Vorteil.

 

Durchbeißen ist von jedem und jeder gefordert, die etwas in unserer Leistungsgesellschaft erreichen will. Führungsanspruch in einer hierarchischen Firmenstruktur fällt einem nicht in den Schoß, sondern muss aggressiv erkämpft werden. Offenbar ist klar im Vorteil, wer Hauen und Stechen kann.

Frauen übertrumpfen Männer

Selbst Frauennetzwerke helfen nur bedingt weiter. Frauen in Top-Positionen sind Alphatiere, sogar weniger verträglich als Männer, konkurrenzorientierter und weniger kompromissbereit. Und nicht, weil sie sich das angewöhnt haben, sondern eh schon so gepolt sind. Die Forscherin aus Hohenheim kommt zu dem Schluss, dass unsere Unternehmenswerte solche Charaktereigenschaften fördern und bevorzugen. Sprich: Solange wir Werte wie Härte, Durchsetzungsvermögen und Biss hochhalten, werden auch nur solche Leute nach oben kommen.

 

**affiliate link

 

Wobei: Karriere im eigentlichen Sinne habe ich nicht gemacht. Vielmehr gucken manche sogar herablassend, wenn ich erzähle, dass ich unter anderem an der VHS Kurse gebe. Das sind genau jene, die auf Status und glänzenden Erfolg setzen.

 

Die wissen aber nicht, was ich weiß:

  • Dass ich alle acht Wochen das Vertrauen mir völlig fremder Menschen gewinne, die aus aller Herren Länder kommen und total unterschiedlichen Kulturen angehören.
  • Dass ich sie derart von mir überzeuge, dass sie mir ohne zu murren, folgen. (Führungskompetenz anyone?:)
  • Und es glaubt doch nicht irgendjemand im Ernst, dass ich fünf Minuten vor der Klasse überstehen würde, wenn ich nicht eine gewisse Härte, ein gewisses Maß an Durchsetzungsfähigkeit, aber vor allem „a shit load of eigener Lernfähigkeit“ besitzen würde. Selbst erarbeitet habe ich mir etwa Diplomatie, Geduld und Krisenkommunikation.
  • Dass ich diese Leute zu einer funktionierenden Gruppe zusammenführe für den vorgesehenen Zeitraum.
  • Dass diese Leute mir ihre Zukunft und einen wichtigen Teil ihres Lebens in meine Hände legen, in dem sie darauf vertrauen, dass ich sie dorthin führe, wohin sie wollen. Dass ich sie verbessere und schließlich auch erfolgreicher mache, indem sie etwa einen besseren Job finden.

 

Diese Fähigkeiten sind der Gesellschaft kaum etwas wert. Folglich sind solche Jobs mies bezahlt. Und die Gesellschaft, das sind wir ja alle, nech?

Es kann jeder gern meinen, dass ich keine Karriere habe. Wenn ich aber kreativ einen Kurs gestalten kann oder neue, einzigartige Ideen entwickeln, wie etwa meine Fashion Tour durch Frankfurt, dann gehe ich nicht mit Frust nach Hause, sondern zutiefst befriedigt. Das ist eine ganze Menge wert.

Müssen Frauen und Männer Karriere machen wollen? Ist es nicht legitim zu sagen, ich bleibe Zuhause und mein Mann geht arbeiten? Und finanziell haben wir das geregelt, damit die Frau bei einer Scheidung nicht doof dasteht? Warum wir nicht immer alles müssen müssen, beschreibt die liebe Gabriele Immerschön, die sich von meinem Motto „MeerModeMut“ und dem Mut-Post hat inspirieren lassen. Meerblaue Grüße und gespannt auf eure Kommentare ist wie immer

 

-Sabina

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Liebe Sabina, wieder einmal ein bemerkenswerter Beitrag. Auch wenn ich die erwähnten Charaktereigenschaften absolut nicht erstrebenswert finde, ist es für mich begrüßenswert, dass Frauen immer häufiger Kampfgeist und Durchsetzungsvermögen an sich entdecken und auch gedanklich zulassen. Der Umgang mit diesen Eigenschaften ist dann das, was die Spreu vom Weizen trennt. Der überhebliche Gedanke, dass Karriere nur so oder so aussehen kann, ist schon Armutszeugnis genug und leider tatsächlich ungemein verbreitet. Obwohl Dir Dein Hosenanzug ausgesprochen gut steht – ich sehe Dich viel, viel lieber in kreativen, authentischen Sabina-Outfits.

    Liebe Grüße
    Gabriele

    1. Gedanklich zulassen – das ist das Schlüsselwort liebe Gabriele. Ich finde nichts anstrengender als den Eindruck, dass wenn wir alle unseren Heiligenschein am Polieren sind 🙂 Nee. So ist ja auch kein Mensch. Edel, hilfreich und gut.

      Danke für deinen wie immer, so sehr bereichernden Beitrag meine Liebe. Viele liebe Grüße zu dir und einen schönen Feiertag noch! Sabina

  2. Diplomatie, Geduld und Krisenkommunikation! Das ist für mich genau das was es braucht. Meine Leiter ist oben zu Ende, da geht als MFA nix mehr wenn Frau die Praxismanagerin erreicht hat. Aber ich habe das genau mit diesen erst genannten Attributen erreicht. Natürlich muss man auch die entsprechenden Fähigkeiten an den Tag legen. Aber ich nehme keine Ellbogen und beisse nicht. Unser Team hat sich lieb 🙂 Hach und das ist schön.
    Make Love not War :))
    Du siehst toll aus Sabina! Auch wenn mir ein pastellfarbener Hosenanzug auch besser gefällt an Dir 😉
    Ganz liebe Grüße Tina

    1. Auf die Mischung kommt es an. Aber ich ziehe aus dem Artikel, dass es halt vor allem das Umfeld ist, dass diese Qualitäten bevorzugt. Und solche Frauen, die eh schon so sind, es leichter haben. Das ist nicht alles schlimm. Aber interessant zu wissen.

      Ich bin jetzt nicht so die Lieb-Haberin *lach*, aber ein kollegiales Miteinander ist mir sehr, sehr wichtig. Im Zweifel brauche ich Kollegen, mit denen ich es länger als 5 Minuten in einem Raum aushalten kann…hihi.

      Aber, selbst, wenn es nicht stetig nach oben geht, dann ist ein Arbeitsplatz, an dem es für mich stimmt so wie bei dir, total viel wert. Das hat auch nicht jede….

      Es wird dich jetzt sicher nicht überraschen, dass ich mich in einem pastellfarbenen Hosenanzug auch viel wohler fühle….Hab einen schönen Feiertag liebe Tina und lass es dir gutgehen.

  3. Ich unterschreibe das. Vermutlich bin ich zu lieb für eine Karriere 😀 Mir reicht mein Selbstbewusstsein völlig aus. Die Ellenbogen-Mentalität liegt mir nicht. Und müssen muss man schon mal gar nix. Die Wörter durchbeißen oder durchboxen finde ich schrecklich.

    Deine Pastellanzüge finde ich viel freundlicher, obwohl Dir Business auch steht.

    Liebe Grüße Sabine

    1. Naja, wo du Recht hast, hast du Recht. Allerdings ist manchmal tatsächlich für uns alle durchbeißen gefragt, meinst du nicht? Wenn man vielleicht eine neue Situation hat, die anfangs nicht leicht ist, dann musste da durch….ich bin aber auch nicht so. Was einige Bloggerinnen so an Dreistigkeit draufhaben, etwa Themen von anderen abgreifen, Motti, etc. so bin ich nicht. Aber ich bin ja Tennisspielerin und Fan von Roger Federer, der seit 1000 Jahren immer mit dem Fairplay ausgezeichnet wird. Da denke ich mir, ich werde meine Ziele auch auf fairen Weg erreichen. 🙂

      Liebe Grüße und schönen Feiertag! Sabina

  4. So einen Hosenanzug habe ich auch noch im Schrank hängen, aus den Zeiten bei einem großen Verlag in Hamburg, bei dem die von dir genannten Eigenschaften wahnsinnig wichtig waren, um die Büros mit den zwei bis drei Fenstern zu erobern 😉 Da sagte die Anzahl der Fenster tatsächlich etwas über deine Karrierestufe aus…

    Ich schätze, dass man in vielen Unternehmen (und vielleicht Branchen) mit Biestigkeit weit kommt – „Bad Banks“ lässt grüßen. Und ich glaube, dass es ebenso viele Unternehmen gibt, in der dir Biestigkeit keinen Deut weiterhilft. Ein gesundes Selbstbewusstsein und das Bewusstsein, gute Arbeit zu machen und das auch laut zu sagen haben allerdings noch niemandem geschadet. Ein rosa Hosenanzug aber auch nicht. Der ist noch immer ein Knaller 🙂
    Liebe Grüße
    Fran

    1. Also deinee praktische Erfahrung finde ich sehr spannend. Ich weiß aber auch von Abteilungen voller Männer, in der es ein seeeehr selbstbewusster und forscher Kandidat nicht geschafft hat, die Stelle zu bekommen, sondern der eher zurückhaltendere, weil der besser ins Team passte.

      Und mit dem Hinweis, laut Eigenwerbung zu betreiben, sagst du etwas Wichtiges. Darüber muss ich nochmal nachdenken…vielleicht in einem neuen Blogpost.

      Schönes Wochenende und LG Sabina

    1. Nancy, I am so glad you made the effort. I am totally sorry if me moving has caused any troubles for you. So bummed out. My technical limits are everywhere in plain sight. I am learning by doing so to speak. Kisses