Wie kann ich nachhaltiger, fairer und veganer shoppen?

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Da willst du dich nachhaltiger kleiden, gehst ins Kaufhaus und findest nur Fast Fashion. Du bummelst durch die Haupteinkaufsstraße deiner Stadt und? Fast Fashion lockt hier und dort. Im Internet ist es nur ein bißchen anders. Wie soll frau es da schaffen, ihr Verhalten zu ändern? Wie beginnen? Ich bin ja eine Anhängerin der kleinen Schritte und der Meinung, dass nachhaltiger Leben machbar ist. Nur ist dieser Weg für jede anders. Meinen Weg zu mehr Nachhaltigkeit, zeige ich euch heute! Damit ihr euren Weg genauso findet……

Fair Fashion, vegane Mode, Nachhaltigkeit sowie ein umweltbewussteres Leben beschäftigen viele von uns ja schon eine ganze Weile. Viele ernähren sich bewusst, haben angefangen ihr Kaufverhalten zu ändern oder fahren vielleicht öfter Fahrrad als Auto.

Seitdem ich 2016 in Frankfurt bei einem Workshop über Fair Fashion war, hat mich das Thema nicht mehr losgelassen. Und ich habe überlegt, wie ich bewusster shoppen und mich kleiden kann.

Doch Fast Fashion ist verlockend, es ist leicht, die eingefahrenen Wege oder Online Shops z nutzen, musste ich feststellen. Da gehst du in der Stadt bummeln und findest im Kaufhaus nur die üblichen Marken, die mit umweltfreundlicher Produktion nichts am Hut haben.

Da findest du auf der Haupteinkaufsstraße eine Fast Fashion Kette nach der andere.

Klar, mit der Verbreitung von Fast Fashion kann nachhaltige Mode nicht mithalten. Wie soll ich unter diesen Umständen, mein Kaufverhalten ändern?

 

Und jetzt mal ehrlich: Ist vegane beziehungsweise nachhaltige Mode nicht einfach schlichtweg hässlich? Sackartig? Was für Ökos halt? Nennen wir das Kind doch ruhig einmal beim Namen!

 

Und dann verwirren mich diese ganzen Begriffe.

Was ist denn nun Fair Fashion? Was ist nachhaltige und was vegane Mode?

Unm mein Verhalten zu ändern, brauche ich Informationen. Damit ich eine gut informierte Entscheidung treffen kann, die 1. zu meinem Leben und 2. nicht zuletzt auch zu meinem Geldbeutel passt. Voilà.

 

Heute lest ihr hier also:

  • Wie ich Schritt für Schritt erfolgreich, nachhaltigere Entscheidungen in meinem Alltag zu treffen.
  • Was ist der Unterschied zwischen Fair Fashion, nachhaltiger und veganer Mode.
  • Wo ihr nachhaltige Mode finden könnt

 

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Gewusst wo und wie

Den entscheidenden Anstoß für mich, mich mehr mit veganer Mode zu beschäftigen war eine Einladungsreise von France Ecotours zu einer veganen Reise durch Paris.

Wenn jemand schicke Kleidung bietet, dann sind es schließlich die Franzosen. Schau ich mir das mal an, dachte ich mir. Meine Erfahrung mit veganer Kleidung in Paris habe ich euch schon aufgeschrieben.

Ausschlagebend für meinen Wunsch, einen anderen Weg einzuschlagen war aber schlicht die Erkenntnis, dass mein Kleiderschrank überquillt. Frust statt Lust stellte sich ein.

Mit meinem Kleiderfimmel bin ich nicht natürlich nicht allein.

Meine Recherchen haben ergeben, dass 150 Millionen Kleidungsstücke jedes Jahr neu hergestellt werden weltweit. Wie die Durchschnittsdeutsche werde ich rund 20 Prozent der Kleidung im Schrank NIE tragen. Dennoch wächst vor allem die Nachfrage nach preisgünstiger Mode, nach Angaben der Beratungsfirma Mc Kinsey.

Tatsächlich sind die Lieferketten in der Modeindustrie verzweigt und folglich kaum zu durchschauen: Die Herkunft der Stoffe, die verwendete Chemie, die Arbeitsbedingungen sind komplex miteinander verknüpft.

Gerade hat die englische Daily Mail etwa Stella McCartney nachgewiesen, dass ein Mantel des veganen Labels, den Meghan Markle gerade trug, in Ungarn zu Hungerlöhnen produziert wurde.

 

Da kann frau schon mal den Kopf in den Sand stecken und denken, was soll ich kleines Licht daran ändern?

Tatsächlich kann ich für mich im Alltag eine ganze Menge ändern. Und jetzt kommen die ganzen guten Nachrichten. Also, weiterlesen lohnt sich…….

 

Wie kann ich nachhaltiger shoppen?

 

1. Alternative Materialien

Nach alternativen Materialien schauen. Beispiel: Leder.

Oft wird PVC in der veganen Mode benutzt, um Tierschutz konsequent umzusetzen.

Wer aber auch an den Klimaschutz denkt, stellt sehr schnell fest, dass diese Alternative auf Öl basiert und die Umwelt stark belastet.

Doch es gibt Abhilfe!

 

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2. Leder und alternative Materialien

Doch nicht alles spricht gegen Leder. Seine lange Haltbarkeit und Verwendung ist ein Argument dafür. Denn wer Leder kauft, behält und trägt es lange. Es ist von hoher Qualität und komplett biologisch abbaubar.

Negativ ist aber der Herstellungsprozess. Immer noch wird Leder im Chrombad haltbar gemacht. Wie soll das entsorgt werden ohne Schäden für Mensch und Umwelt?

Besser ist das pflanzlich gegerbtes Leder, was aber wenig üblich ist.

 

3. Pflanzlich basierte Materialien

Pflanzlich basierte Stoffe sind DIE große Tendenz in der veganen Modeindustrie, wie aktuell gerade die Designer auf der zweiten veganen Fashion Week in Los Angeles gezeigt haben.

TENDENZ: Pflanzenbasierte Materialien wie Ananas, Apfelstoff, Maisplastik, Algen für Jersey sind beliebt. Spannend finde ich, dass Algen extrem hautverträglich sind.

So sagte die Gründerin der Fashion Week, dass vegane Mode Wert darauf legt, nicht mehr nur andere Materialien zu finden, sondern völlig neue Ideen anzubieten.

Warum die Bewegung in meinen Augen ernst zu nehmen ist? Weil auf der Schau Modedesigner aus der etablierten Industrie über Neues nachdenken, nachdem manche von ihnen etwa bei Ralph Lauren gewirkt haben und sich nun mit ihrem eigenen Label selbstständig machen.

 

 

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4. Die neue vegane Mode

Die vegane Mode erlebt gerade etwas wie einen zweiten Frühling. Alte Zöpfe ab, neue Schnitte rein, um es mal auf den Punkt zu bringen.

In Deutschland kümmert sich das Institut NEONNYT in Berlin um die zeitgemäße Weiterentwicklung der nachhaltigen Mode.

Die veganen Labels wollen

  • Spaß an der Mode vermitteln
  • schöne Kleidung produzieren
  • Schönes nicht hässlich herstellen lassen. Gemeint damit ist, dass ein Kleidungsstück nur schön ist, wenn auch der Herstellungsprozess selbst, die Bedingungen im Hintergrund, „schön“ sind. Ich liebe Chanel. Aber solange Chanel zu „hässlichen“ Bedingungen für Arbeiter und Umwelt nähen lässt, ist kein Kleidungsstück von der Marke für mich schön. (Das ist nur ein anschauliches Beispiel. Ich weiß, dass Chanel französische Stickerinnen und Handwerker beschäftigt.)

Der Gedanke von der Schönheit der Produktionsbedingungen stammt von dem Berliner Modelabel Hellmuth. Findet ihr unten in der Link-Liste zu Fair Fashion.

 

 

5. Was ist der Unterschied zwischen Fair Fashion, nachhaltiger und veganer Mode?

Fair Fashion meint die Arbeitsbedingungen und Löhne, die Beschäftigten gezahlt werden.

Nachhaltigkeit berücksichtigt den Umweltaspekt der Produktion (Stichwort: Mikroplastik), während vegane Mode keine tierischen Materialien verwendet, sondern konsequent auf Tierschutz setzt.

Was ich aktuell bei Marken sehe ist, dass die neue vegane Mode stilvoll und dennoch nachhaltig ist.

 

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6. Gütesiegel Nachhaltigkeit

Das größte Hindernis ist immer noch die Verbreitung.

Klar ist Fast Fashion überall verfügbar. Da kann Fair Fashion (noch) nicht mithalten. Wir müssen aktiv danach suchen. Aber kleine Tricks machen uns das Leben schon leichter.

Ich kann mich bei Marken, die mir gefallen, in den Newsletter eintragen und erhalte so unkompliziert Hinweise auf neue Kollektionen. Beim Slow Fashion Label LANIUS erhaltet ihr aktuell einen 15 Euro Gutschein fürs Eintragen.

Zalando weist auf den nachhaltigen Charakter der Ware im Angebot hin.

Da ich eine Verfechterin der Veränderung in kleinen Schritten bin, finde ich das erstmal gut.

„Nachhaltig“ ist kein geschützter Begriff

Wir müssen nur daran denken, dass der Begriff nachhaltig nicht geschützt ist!

Ich kann mir den nach Lust und Laune auf meine Marke kleben und muss dafür keinen Deut nachhaltig sein. Um Vertrauen zu schaffen, haben wir in Deutschland aber Gütesiegel erfunden.

Die aktuell beste Variante an Siegeln ist GOTS. Wer dieses Siegel erhält, verwendet mindestens 70 Prozent Bio-Baumwolle und nur recyceltes Polyester.

Großen Wirbel macht nun Deutschlands erstes staatliches Siegel – der Grüne Knopf. Davon erzähle ich euch nächsten Sonntag mehr im Detail.

Mein Extratipp: Die APP Siegelklarheit hilft!

 

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7. Was kann ich tun?

  1. Achtet auf Materialien wie Kautschuk, Kork, Leinen, Tencell (LANIUS verwendet dieses aus der Zellulose des Eukalyptus gewonnene Material für seine Hosen), Bio Baumwolle. So ist das Kleid, was ich hier trage aus Bio-Baumwolle. Die Jacke stammt aus einer Kooperation mit einem Label aus Wiesbaden. Die Designerin produziert Slow Fashion. Genäht wird auch in Deutschland. Mehr dazu lest ihr hier
  2. Fakt ist aber auch: Vegane Mode muss frau sich leisten können. Inzwischen gibt es aber immer mehr Marken, die bezahlbar sind. Auf Pinterest etwa habe ich eine Liste für euch mit nachhaltigen und bezahlbaren Online-Shops in meinem Board Folgt dem doch gleich, dann seid ihr ständig auf dem Laufenden, wenn mehr Marken hinzukommen oder ich aktuell Nützliches für euch pinne! Unter anderem findet ihr dort auch eine Liste, die euch zeigt, wie ihr Mikroplastik erkennt.
  3. Mieten, Teilen, gebraucht kaufen (Second Hand)
  4. Veranstaltet Kleidertauschparties
  5. Fragt euch vor dem Kauf: Brauche ich das wirklich?
  6. Nutzt Aktionen der Modefirmen, gebt dort Kleidung zurück und sammelt dafür Rabatte. (Möglich bei OtherStories etwa.)
  7. Jeans: Verzichtet auf Stretch oder den Used Look, weil die Produktion die Umwelt belastet
  8. Schuhen: Leinen, Kork, Kautschuk (Veja)

Die APP „Treeday“ ist ein Shop Finder für FAIR FASHION.

 

8. Fair Fashion Link Liste

Labels, die fair und nachhaltig produzieren.

ARMED ANGELS,

CASA CLOTHING

CHICHINO WIESBAEN

Filippa K

HELLMUTH
LANIUS FASHION

NANUSHKA (VEGANES LEDER)

PEOPLE TREE,
SOULID CONCEPT STORE DARMSTADT

UMASAN (BERLIN)

VAN HEYDEN (für Jugendliche)
VEJA

 

Kennt ihr noch andere vegane und nachhaltige Label? Dann schreibt mir gerne. Ich ergänze die Liste gerne. Meerblaue Grüße

 

-Sabina

 

 

Fancy Friday,

 

 

 

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  1. Hallo Sabina,
    Wow! wenn mir dein letztes Outfit schon so gut gefallen hat, dann gefällt mir das hier mal mindestens genauso!
    Das letzte war einfach classy und chic, dieses hier hat den edgy touch, der mir für den Alltag noch was besser gefällt. Die Idee mit den Socken find ich super. Alles andere hab ich ja schon geschrieben, Kette, Haarschnitt usw. tippitop.
    Nachhaltigkeit ist wirklich ein großes Thema. Ich mag auch nicht mehr gern Kleidung tragen, die von unfair bezahlten und behandelten Menschen hergestellt wurde. Daher finde ich die Idee mit dem grünen Knopf gut.
    Liebe Grüße
    Claudia 🙂

    1. Das freut mich wirklich,w wirklich sehr liebe Claudia. Manchmal sind ja die besten Ideen aus der Not geboren. So wie die Socken, weil es soooo kalt war 🙂 Aber dann fand ich, dass sie echt gut passten und ließ sie einfach an. Tatdaaaa….Ja, das mit dem Grünen KNopf hat etwas gedauert, aber immerhin. Und ich werde auch noch deutsche Labels auflisten. Kann ja nicht Schaden zu schauen, was eher in der Nähe produziert wird als irgendwo von weither eingeflogen wird….Allerdings führen wir auch eine sehr elitäre Diskussion. Im neutralen Sinne des Wortes, warum? Schreibe ich auch Sonntag, sonst tippe ich hier schon den ganzen Post in die Antwort…hehe…Hab einen schönen Sonntag noch und LG Sabina

  2. 🙂 Liebe Sabina,

    ich kaufe auch immer weniger und entwickle mich mehr und mehr zu einem Fan von Secondhand. Insbesondere, weil man dort of qualitativ viel bessere Kleidung zu einem Bruchteil des ursprünglichen Preises bekommen kann. Abgesehen davon trage ich meine Kleidung über viele Jahre.

    Allerdings würde ich gebrauchte Kleidung nie zurück zu den schwedischen Mode-Riesen bringen, nur, um dafür einen 10% Gutschein für EIN Teil – nicht einen ganzen Einkauf – zu bekommen. Das empfinde ich als totale Volksverdummung! Abgesehen davon, dass ich dort eh nur ganz selten mal ein Stück erstehe, bringe ich gebrauchte Kleidung – so sie denn noch tragbar ist – zur CARITAS oder stecke sie in einen Container zur Hilfe für Obdachlose. Der Rest wird als Putzfetzen umfunktioniert.

    Die Idee nachhaltiger zu leben und zu shoppen unterstütze ich grundsätzlich, aber man darf nicht vergessen, dass das in Zeit von Great Thunberg ein Riesengeschäft ist!

    Schönen Sonntag und liebe Grüße
    Claudia 🙂

  3. Es gibt immer mehr Mode Unternehmen, die nachhaltig arbeiten. Die Kleidung ist schick und elegant und unterscheidet sich keinesfalls von der „normale“ Kleidung. Eine französische Marke verwendet auch pflanzlich basierte Materialien wie, zb Tencel. Außerdem viele fangen die Kleidung in eigenen Ländern zu produzieren um auch lokale Designer und Handwerker zu beschäftigen. Also… wir sind auf einem guten Weg! Liebe Grüße!

  4. Eine Alternative zu Leder ist auch Fischhaut. Hab ich mal auf einer Ausstellung in Hamburg gesehen. Das kann ebenfalls nachhaltig produziert werden.

    Dein Outfit sieht sehr hübsch aus.

    Liebe Grüße Sabine

    1. Siehste Alternativen sind durchaus da. An Fischhaut erinneren mich manchmal die Collagen-Pads, die ich mir auf die Augen lege. Die sind suuuper….LIebe Grüße und schönen Abend noch. Sabina

  5. Liebe Sabina, hübsch siehst Du aus, Deine Frisur ist klasse 😉
    Man muss nur aufpassen, vegan kann auch Fast Fashion und ist nicht automatisch nachhaltig oder fair. Du weisst das aber es kommt so rüber als sei vegan immer gut.
    Manchmal ist vegan einfach aus Plastik und wird makretingtechnisch total ausgenutzt. Es sagt ja nur aus keine tierischen Inhaltsstoffe zu haben. Das sind viele Baumwollshirts und Plastikzeug von Primurks etc auch – Vegan!
    Aber es ist ein wichtiges Thema und im Plussizebereich ist es noch schwieriger etwas zu finden. Schön dass ansprichst 🙂
    Liebe Grüße Tina

    1. Genau richtig liebe Tina. Das habe ich auch in Paris allmählich verstanden. Daher greife ich diese so wichtigen Unterschiede nochmal auf im nächsten Sonntagspost. Ganz lieben Dank, für deinen guten Hinweis. Ich wünsche dir noch eine gute Restwoche und sende dir herzliche Grüße. Sabina