Wie mein Hund Kelly mir ein besseres Leben geschenkt hat

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Als wir unseren Lhasa Apso adoptierten, war zwar der Zeitpunkt perfekt in unserem Leben. (Vorher wäre es wegen der vielen Reisen gar nicht möglich gewesen.) Aber ich hätte nie gedacht, wie sehr sich mein Leben zum Besseren wende würde. Wie mein Hund mein Leben verändert hat?

Ich bin ruhiger geworden, viel glücklicher und habe die positive Wirkung von Routine zu schätzen gelernt, mit dem Gefühl, mein Leben viel besser im Griff zu haben.

 

Wie mein Hund mein Leben verändert hat

 

Für diejenigen unter uns, die Hunde lieben wie man nur Hunde lieben kann, für diese Menschen gibt es nur ein Ziel: Irgendwann ein eigenes Haustier zu besitzen. Das war immer mein Traum, weil ich mit einem schwarzen Collie namens Sascha aufgewachsen bin.

Aber gleichzeitig ist das moderne Leben, das wir führen, für vieles geschaffen: Kinder kriegen und Hunde besitzen gehören jedoch sicher nicht dazu. Glücklich dürfen sich diejenigen schätzen, die in einer Agentur etwa ihr Fellwesen mal ins Büro mitbringen dürfen. Für den Rest von uns bleibt meistens nur die Sehnsucht.

Wie oft haben mein Mann und ich sehnsuchtsvoll an der Nordsee im Strandkorb gehockt und neidvoll auf die Hundebesitzer geblickt.

 

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Meine Sehnsucht nach einem Haustier habe ich lange Jahre mit einem schönen Kompromiss befriedigt: zwei Wellensittiche. Das war drollig und genau das Maß an Verantwortung, das in unserem Leben möglich war.

Doch schon damals spielte ich in meinem Kopf die Möglichkeiten durch, gleichzeitig einen Hund in unser Leben zu holen. Was immer aber in einer frustrierenden Erkenntnis mündete: Ein Vollzeitjob und ständige Reisen zusammen mit meinem Mann, der beruflich viel unterwegs sein musste.

New York, ich grüße dich. Diese einmaligen Gelegenheiten habe ich auch aus vollen Zügen genossen. Da war ich um die 40, habe meinen Geburtstag im Central Park gefeiert, einen anderen vor dem Louvre, denn nächsten wieder am Strand von Coney Island.

Hallo pralles Leben. Mit dem Blog ging es gleich zweimal zur Fashion Week nach Berlin: auf Einladung von Olympus Pen und im Jahr danach zum Modedesigner Harald Glööckler. Hallo Freiheit.

Ein Übermaß an Freiheit war das, wie ich im nachhinein denke. Eine Freiheit, die halt begleitet wurde von dieser Sehnsucht. Kinder konnte ich mir damals aus verschiedenen Gründen nicht vorstellen.

Ich habe mir aber eine Heimat gewünscht, mehr innere Ruhe, einen Hund, mehr Spaziergänge.

 

Mehr Verantwortung, weniger Freiheit

Diese Zufriedenheit, die Leute am Strand ausstrahlten, die ihrem Hund das dumme Bällchen hinwarfen. Nichts schien in solchen Momenten wichtiger zu sein. Schrecklich traurig machte mich das immer.

Und dann kam Weihnachten 2016. Ihr wisst, wie es sich begab, weil ich euch darüber schon berichtet habe. wie wir unseren Lhasa Apso gefunden haben.

Die ersten zwei Jahre liegen jetzt hinter uns. Und glaubt mir, es waren keine leichten Jahre. Ein Straßenhund ist eine Herausforderung. Selbst, wenn es sich um ein so liebes und grundsätzlich unkompliziertes Wesen wie Kelly handelt.

Benannt haben wir sie natürlich nach Grace Kelly. Und weil wir beide einen englischen Namen wollten. Auf ein Mädchen waren wir zuerst gar nicht eingerichtet. Aber dann war sie halt da. Es gab bis vor Kurzem immer noch Bilder von ihr im Internet auf der Vermittlungsplatform Shelta.

Aber es ist auch schön zu sehen, dass Kelly nun ein fast komplett anderer Hund ist, der sich geborgen, sicher und vor allem satt fühlt 🙂

 

Das alltägliche Glück

Nein. Es ist jetzt keine Ersatzbefriedigung – Hund statt Blog. Ich habe zwei Jahre Hundepause nehmen müssen, um mein Leben mit Hund zu gestalten und bin bereit, wieder voll einzusteigen.

Das zeigt sich auch daran, dass ich 2019 das erste Mal blogbedingt einer Einladung nach Paris folgen werde. Drei Tage werde ich mich von Kelly trennen müssen. Das wird eine Herausforderung für alle Beteiligten. Und das Hundesitting ist das kleinste Problem.

Wie der Hund mein Leben verändert? Ich setze Prioritäten. Ein Restaurant, das keine Hunde erlaubt, mag das gerne so halten. Einkehren werden ich dort nicht.

Ein Wesen immer in meiner Nähe zu haben, dass genau dasselbe sich wünscht. Nämlich immer in meiner Nähe sein zu können. Das nährt meine Seele. Weil Kelly mein Hund sein will. Und ich ihr Frauchen.

Wie alle Hundebesitzer wissen, kommt das unausgesprochene, alltägliche Glück aus dem kleinen Akt, dem Hund einfach beim Dasein, beim Hund-sein beobachten zu können. Oder beim Nachmittagsschläfchen. So wie jetzt, wenn sie neben mir ruht wie sie es immer tut, während ich etwas zu tippen habe. Ihr natürlicher Feind heißt übrigens: Laptop.

 

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Sie schnarcht, wufft, meckert, knurrt und bellt wie es nur die würdevollsten aller Hunde tun – die 2000-Jahre alte Rasse der Lhasa Apsos. Es ist unglaublich wie meine Verantwortung, mich um diesen kleinen empfindsamen Hund kümmern zu müssen, dazu führte, dass ich mich besser um mich selbst kümmere.

Ich schaue mehr darauf, was mich glücklich macht.

Kelly geht immer dieselben Wege in der Wohnung, weiß, wann einer von uns beiden nach Hause kommt. Sie weiß, was sie will und wie sie es bekommt. Meinen Hund zu beobachten, heißt fürs Leben lernen.

Mehr Planung führt zu mehr Struktur und Zufriedenheit bei mir. Ihre Routine ist zu meiner geworden. Und ich schätze die Ruhe und die Entlastung, die wiederkehrende Handlungen mitsichbringen.

Nach etwas mehr als zwei Jahren sind wir bereit für das nächste Abenteuer – drei Tage Trennung zu wagen und mit ihr nach Schottland zu fliegen.

Es wäre natürlich albern zu sagen, dass ein Hund für mein jetziges Leben verantwortlich ist. Sie ist einfach nur sie selbst. Aber Kelly hat die richtigen Dinge in mein Leben gebracht als ich sie am meisten gebraucht habe. Ruhe, Routine und Kameradschaft.

Ihr sehr Kelly ja oft in Fotos. Aber heute sollte es mal wirklich nur um sie gehen 🙂 Habt ihr ein Haustier? Meerblaue Grüße

 

-Sabina

 

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  1. Hallo liebe Sabina,
    aus deinem Beitrag kann man wirklich herauslesen, wie sehr du Kelly liebst und was sie dir bedeutet. Das ist so ein schöner Post.
    Als Kind und Jugendliche hatten meine Eltern einen Hund und ich habe es geliebt, mit ihr durch die Gegend zu streifen. Später aus beruflichen Gründen ging es nicht mehr mit einem eigenen Hund, aber sobald die Zeit es zuließ, bin ich mit dem Nachbarshund durch die Wälder gezogen.
    Und dann kam sie: unsere Katze. Nie hätte ich gedacht, dass ich auch ein Katzenmensch bin. Aber sehr wohl ! Wie du schreibst, es ist einfach schön gewesen, zu wissen, dass sie in der Wohnung ist, ihr beim Schlafen, sich putzen und und und zuzugucken. Beruhigend. Vor ein paar Jahren ist sie gestorben. Und immer noch habe ich keine andere Katze, sie war zu einmalig.
    Aber irgendwann, wenn Zeit , Umgebung es zu lassen, möchte ich wieder ein Haustier haben.
    Ich wünsche dir noch viele schöne Jahre mit Kelly.
    Herzliche Grüße
    Claudia 🙂

    1. Oh je, das beruhigt und beunruhigt mich zugleich. Weil ich befürchte, dass es mir mit Kelly genauso gehen wird. Es wird nach ihr kein Hund mehr sein wie sie. Aber ich verdränge den Gedanken dann meistens wieder sehr schnell. Und es freut mich sehr, dass der Post dich angesprochen hat. Es ist ja mal ein bißchen ein anderer Content als normal, aber dann und wann muss ich auch mal über etwas anderes schreiben 🙂 Schönen Abend noch und danke für deine Zeit. LG Sabina

  2. Sabina,
    Kelly kann sich wirklich glücklich schätzen so ein tolles Frauchen zu haben. Man liest wirklich mit jedem Satz was das für eine Beziehung ist und das sage ich nicht nur weil sie so schön in den Bildern guckt. Ich freue mich auf weitere Bilder von Kelly und bin gespannt auf deine Eindrücke aus Paris!

    Gruß,
    Petra

    1. Liebe Petra, das freut mich wirklich sehr. Denn ich schreibe zwar für mein Leben gern über Mode. Aber ich teile auch Dinge, die mir wichtig sind, gerne mit euch. Auf Paris bin ich auch sehr gespannt. Und neue Bilder von Kelly gibt es ganz bald. Bleibt ja nicht aus…Schönen Abend noch und LG Sabina

    1. Das freut mich wirklich sehr liebe Natascha. Alles hat halt seine Zeit. Der Gedanke, dass ich Menschen mit dem, was ich schreibe, so berühren kann, berührt mich wiederrum. Schönen Abend noch und liebe Grüße von Sabina

  3. Niedlicher kleiner Fratz! 🙂
    Tja, alles nicht so einfach, mit Kindern und mit Tieren …
    Ich hatte 3 Kinder und bin jetzt froh, mich nicht noch um irgendwelche zusätzlichen Wesen kümmern zu müssen und genieße jeden kinder- und haustierlosen Tag, an dem ich machen kann, wie und wo ich es mag. Ich mag Tiere aber sehr gern und schaue sie mir lieber bei anderen an und habe selber die Arbeit damit nicht. 😉

    Wellensittiche hatten wir ganz früher auch mal. 😉

    Liebe Grüße
    Sara

  4. Liebe Sabina,
    ja wir haben Haustiere, Sando einen Schäferrüde und Charly einen Kater; ja und ich verstehe Dich sehr gut liebe Sabina, Sando macht mich sehr glücklich, das Leben ist mit ihm um ein Vielfaches schöner geworden; die Begrüßung, wenn ich am Abend von der Arbeit nachhause komme von Sando und von Charly, da“geht mir jedesmal mein Herz auf“,
    viele wunderschöne und glückliche Momente mit Kelly und ganz liebe Grüße Gabriele

    1. Liebe Gabriele,

      das ist genauso wie du sagst. Und eigentlich auch nicht wirklich mit Worten zu beschreiben. Verstehe ich richtig, dass bei dir Hund und Katze zusammen leben? Kelly mag Katzen auch. Sie ist einfach so neugierig 🙂 Schönen Abend noch und liebe Grüße Sabina