Loving Vincent – Das Leben spüren

San-Diego_Oceanblue-Style_Kalifornien_Modeblog

Es war ein ganz normaler Tag, an dem ich mich mit Bloggeschäften herumgeschlagen, mit meinem Mann Teppich verlegt hatte und später mit zwei Bekannten zum Altstadtbesuch verabredet war. Mit Kelly im Hundekorb war ich in die Innenstadt gestrampelt. Es war einer jener letzten Spätommertage im Oktober, an denen ich jede milde Luft genieße, wissend, dass die nasskalten Stunden schon hinter der Mauer lauern.

Ein ganz stinknormaler Tag im Oktober war es, der mir abends einen jener magischen Momente bescherte, die ich für mich mit „Das Leben spüren“ bezeichne. Wenn einen das Leben überrascht. Wenn die Magie und die Schönheit des Lebens für wenige kostbare Momente aufblitzen. Ja, ganz deutlich zu spüren sind. Ein seltener magischer Moment war für mich das Jahr 2017, als wir unseren Lhasa Apso, einen rumänischen Straßenhund, bekamen.

 

Wenn das Leben in den Alltag einbricht

Es begann ganz harmlos. Mein Mann schaute abends den Film „Loving Vincent“. Doch ich hatte gar keine Lust auf Kino und auch nicht auf so eine komische Geschichte, spielte an meinem Handy herum, chattete mit Julie in Antwerpen und machte eine Verabredung auf dem „Blogger at work“-Camp für Ende Oktober klar. Nur dann und wann blickte ich auf den Bildschirm.

 

Loving Vincent

Das ist ein Film komplett im Stil von Vincent Van Gogh illustriert. In der Geschichte taucht nach dem Tod des Malers ein Brief auf. Und der Sohn des Postbeamten macht sich wie in einer Detektivgeschichte auf die Spuren Van Goghs, um seine letzten Jahre zu verfolgen: seine verzweifelte Einsamkeit, seine geniale Schaffenskraft, die den Autodidakten (!) dazu trieb, in wenigen Jahren rund 800 Kunstwerke zu malen.

 

Reflect in Vincent’s Eyes of China Blue

 

Doch er war in schlechter Gesellschaft, niemand erkannte das Kostbare seiner Kunst damals.

Der Film zog mich plötzlich immer mehr in seinen Bann. Durch die Bilder, Von der unsagbar tragischen Geschichte dieses Genies, der unglaublichen Schönheit der gemalten Filmbilder. Und dann am Ende des Films passierte es: Im Abspann lief der Titelsong, „Vincent Starry Night“, gesungen von Lianne La Havas.

 

Was Musik bewirkt

Einer Sängerin, von der ich noch nie etwas gehört hatte. Was Stimmen, was Musik mit einem machen kann. Was sie für eine Kraft, für eine Magie hat. Das Lied machte mich so furchtbar traurig, den ganzen Schmerz, die große Trauer über den Verlust eines solchen Könners drückte diese unglaubliche Stimme aus.Aber die Magie des Lebens ist es halt auch, gleichzeitg glücklich darüber sein zu können, solche Gefühle fühlen  zu können.

 

And when no hope was left inside

on that starry starry night

you took your life as lovers often do

but I could have told you Vincent

this world was never meant for one as beautiful as you
 

 

Loving Vincent ist doppeldeutig, weil der Filmtitel natürlich als Liebeserklärung an den genialen, Menschen Vincent Van Gogh gelten kann, aber auch den Abschluss unter einen Brief zitiert, den Van Gogh an seinen Bruder Theo unterschrieb.

How you suffered for your sanity

How you tried to set them free

They would not listen

They did not know how

perhaps they listen now

Alles das kann die Kunst, ein Film, die Musik – Gefühle wecken, die so bitter sweet sind, dass das Leben so gut zu spüren ist. Für einen Moment ist es da – das Leben, ohne Sorgen, nur ganz starke Gefühle überwiegen. So lange die Musik spielt. Irgendwann lässt es dann nach und die Gefühle ebben ab. Der Alltag hat einen wieder. Statt schlafen zu gehen, habe ich den Laptop hochgefahren, um mein Erlebnis aufzuschreiben und so zu verarbeiten. Es ist 23:46 Uhr. Schlafenszeit.

Mehr über Van Gogh könnt ihr in der Biografie Der dumme Unfalltod lesen. Der Film ist eine britisch-polnische Koproduktion und geschaffen von rund 200 Malern.

 

Shadows on the hill sketch the tree and daffodils

Swirling clouds in violet haze

now I understand what you tried to say to me

for they could not love you

 

Wann habt ihr das letzte Mal in einem Film geweint? Kennt ihr den Film? Und mögt ihr Van Gogh? Meerblaue Grüße

 

-Sabina

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Ja, zijn leven is best interessant. Wij zijn een paar jaar geleden naar het Kröller Miller museum geweest, waar een Vincent van Gogh tentoonstelling is! Prachtig, maar een heel triest verhaal.

    1. Yes, amazing but there is always that huge amount of sadness, right? But you guys have got the most amazing artists even if they tend to be on the crazy sight a bit *hahaha* Lots of love. Sabina

  2. Kann mich sehr gut in die Stimmung hineinversetzen. Meine Schwester hat mir witzigerweise einen van Gogh, die legendäre Sonnenblume mit seinem unverkennbaren Malstil nachgemalt und mir geschenkt.Ist wirklich schön anzusehen, bloß weiß ich immer noch nicht wo ich das Bild aufhängen soll. Ein wirklich beeindruckender Mann, der durch seine Malerei immer weiterleben wird.
    Ich denke auch, dass die Kultur jeden von uns berührt ,sei es Musik , Kunst,Tanz, Museenaustellungen, selbst Architektur oder Momentaufnahmen auf den Straßen.
    Ich war beispielsweise noch letztens in Berlin auf eine Ausstellung, eher durch Zufall, und die Zitate von dem Künstler haben mich beeindruckt und mich wirklich zum Nachdenken gerührt, insbesondere weil es irgendwie an mein junges Ich, mich erinnert haben, und plötzlich Momente hochkamen, die mich damals erfreuten aber auch total aus der Bahn geworfen haben.
    Grüße, deine Martina

    1. Danke sehr Martina für diese Eindrücke. Das ist wirklich ein ganz besonderes Geschenk, wenn einen Kunst und Musik so bereichern können. Viele weitere davon wünsche ich dir und danke für deine Zeit.Herzliche Grüße Sabina

  3. Ein wunderschönes Lied! Dies und Deine Begeisterung für den Film Sabina macht mich neugierig. Ich habe ihn noch nicht gesehen. Wann ich zuletzt in einem Film geweint habe, weiß ich nicht mehr. Lieder bringen mich ab und zu zum Weinen. Wenn sie meine sentimentale Saite zum Schwingen bringen.
    Liebe Grüße
    Sabine

  4. Liebe Sabina, wie schön Du diese besonderen Momente mit Worten beschreiben kannst. Ich weiß auch genau was du meinst damit. Nur hätte ich es nie so schön formulieren können. Solche Momente sind unendlich wertvoll.
    Wann ich das letzte mal vor der Flimmerkiste geheult hab? Fast täglich 😉 ich gucke zum zweiten mal Greys Anatomy… da gibts immer genug Heulstoff… wobei ich gar nicht so der Typ bin dem gleich die Augen wässrig werden.
    Ansonsten bei echten Filmen kann ich mich nur an ET erinnern und an “ Der Champ“. da hab ich auch geheult…

    Sei lieb gegrüßt
    Bianca