Bin ich ein Glamor-Öko? Ein Selbsttest

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Fast vergessen, dass heute Pfingsten ist. Warum? Weil ich mit meinen Gedanken woanders war: Beim Wetter beispielsweise. Jeden Tag blickte ich bang auf die Vorhersage. Droht uns morgen wieder Gluthitze? Denn dann wird das Leben für uns unterm Dach nämlich schnell unerträglich. So wie in den letzten Tagen – Klimaschutz tut eindeutig Not!

Die Hitze des letzten Sommers hat mir einen gehörigen Schrecken eingejagt. Euch auch? Und natürlich finde ich, dass wir endlich das Klima konsequent schützen müssen.

Viele von euch offenbar auch, wenn der politische Aufwind für die Grünen ein Hinweis ist. Kurz und gut: Klima ist gerade das ganz heiße Ding. Doch ist damit schon viel erreicht? Nachdem ich einen Artikel im Spiegel gelesen habe, bin ich ins Grübeln geraten: Darin geht es um Klimaschutz als schnöden Trend. Niemand braucht Glamor Ökos.

Bin ich also ein Glamor Öko? Ich habe mich in meinem Alltag mal umgeschaut, komme euch aber ganz bestimmt nicht mit dem moralischen Zeigefinger. Das mag ich persönlich nicht so sehr……

 

Die überraschenste Erkenntnis der Klimadebatte verrate ich euch dann am Ende des Posts…Neugierige scrowlen runter.

 

 

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Klimaschutz?

Ein Glamor-Öko zeichnet sich dadurch aus, das für ihn/sie Klimaschutz ein Lippenbekenntnis ist. Die Grünen wählen wie früher in der Kirche in die Kollekte einwerfen, um das Gewissen zu beruhigen?

Denn tatsächlich ist Klimaschutz ja nicht ohne wirklichen VERZICHT zu haben. Worauf bin ich also bereit zu verzichten?

Was zeichnet einen Glamor Öko aus? Der oder die reitet den Trend mit, findet Klimaschutz schick, ändert aber nicht wirklich etwas an ihrem oder seinem Lebensstil. Düst weiterhin mit dem SUV zum Bio-Supermarkt.  Bin ich ein solches Wesen?

 

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Sandalen: Myrthis.com

Fliegen

Okay, die letzten Termine habe ich alle bequem mit der Bahn bewältigt. Seit meinem Gruselflug nach Innsbruck bin ich eh nicht mehr so wild aufs Fliegen.

Mit unserem Hund reisen wir im Automobil an die Nordsee. Thema Fliegen also erstmal vertagt.

Wer sich darüber mehr Gedanken machen will, dem sei der Artikel in der Zeit über Flugverzicht anempfohlen. Die Zeit hatte verschiedene Autoren mit unterschiedlichen Standpunkten zu Wort kommen lassen.

 

 

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Plastik

Mit meinen selbstentworfenen Einkaufstaschen bin ich ja gut aufgestellt. Neulich habe ich fürs Obst diese Beutel erworben, die es im Supermarkt gibt.

Coffee to go trinke ich kaum noch, weil ich auf Koffein – aus anderen Gründen – verzichte. Für den Müll verwende ich nur noch Papiertaschen, was aber ein bisschen unpraktisch ist bei nassen Resten. Falls jemand da eine bessere Idee hat, darf er gerne schreiben.

Auto

Im Alltag benutze ich das Auto täglich. Könnte ich darauf verzichten? Ja und nein. (Neulich in Österreich hatte ich die Gelegenheit ein Elektro-Auto zu testen. Davon berichte ich euch demnächst.)

Ich fahre gerne Fahrrad und U-Bahn. In Frankfurt sind wir gerade mitten drin im Verkehrswandel mit all den komplizierten Streits, die das mit sich bringt.

Weniger Platz für Autos, freie Bahn für Radler und demnächst auch Roller? Mehr Menschen in die Bahn zwingen?

 

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Outfit

Einen Look gibt es ja heute auch noch bei all den schweren Gedanken. Alles daran ist schon älter und für längere Zeit in meinem Schrank. Der lässige Freizeitlook ist ein bißchen französisch angehaucht – T-Shirt, Jeans, sportlicher Blouson statt rockiger Lederjacke – fertig.

Die Slingbacks sind darüberhinaus schon uralt – nämlich vorn eckig, was jetzt wieder total angesagt ist. Auch diese wollte ich immer mal aussortieren. Gut, dass ich darauf verzichet habe!

Das Besondere daran? Das coole Shirt von der lieben Bärbel Arras, einer Designerin aus Frankfurt, die ich schon oft getroffen habe und von der ich auch schon jede Menge Unikate habe.

Natürlich freue ich mich auch darüber, dass Bärbel auf Instagram ihre stylishe, feine Fan-Gemeinde hat, die wissen, wo sich noch wirkliche Geheimtipps finden verbergen.

Ich kaufe mittlerweile gezielt bei Kreativen ein. Damit kann ich meinem Look dann wirklich eine ganz einzigartige Note verleihen mit der Gewissheit, dass dieses Shirt oder diesen Schal so keine Zweite hat!

Obendrein kann ich den Transportweg und die Herstellung viel leichter nachvollziehen. Indem ich die Produzentin nämlich einfach anspreche. Schaut doch mal bei der lieben Bärbel vorbei. Sie freut sich immer!

 

 

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Doch nochmal zurück zum Stadtverkehr: Nach Frankfurt pendeln ja viele aus dem Umland. Wenn nun eine Autospur zum Fahrradweg umgewandelt wird, ist die Stadt noch verstopfter als sonst. Nur mit dem irren Effekt, dass sich die Autos schön kilometerweit zurückstauen.

Wie das die Luft verbessern soll, wissen vermutlich die Verantwortlichen am besten.

Ich fühle mich in der U-Bahn nicht immer sicher und die ständig telefonierenden Leuten nerven.

Das Auto nutze ich, weil Kelly mich oft begleitet, es aber ist nicht überall erlaubt, sie mit ins Gebäude zu nehmen (Stadtbibliothek etwa). Allerdings bin ich fest entschlossen, mich fürs Radl zu entscheiden und das Auto stehen zu lassen, wenn möglich. Dafür habe ich Kelly einen Korb aufmontiert.

Damit radeln wir jetzt ein bißchen ins Grüne.

Klimaschutz durch mich als Verbraucherin schön und gut. Ohne Gesetze wird sich wenig tun, finden die Klimaforscher und sehen vor allem die Politik jetzt in der Pflicht.

Ihnen obliegt die Bürde des Klimaschutzes zuallerst, las ich heute brandaktuell in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung „Greta und der heiße Sommer“. Den Text hätte ich euch gerne verlinkt. Er war aber am heutigen Sonntag noch nicht online, weil alle ja schön die Zeitung kaufen sollen:))

Und aktuell noch ein Lesetipp aus dem Spiegel….Den Absturz kann man nicht wegdiskutieren

Ich wünsche euch Frohe Pfingsten und genießt die freien Tage. Wie bewegt ihr euch fort? Meerblaue Grüße

 

-Sabina

 

PS: Wie immer macht ihr mich super glücklich, wenn ihr den Beitrag teilt.

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  1. Hallo Sabina,
    ich fühle mit dir und deiner Dachgeschoßwohnung. Ich habe lange Jahre in einer gewohnt. Sie war zwar sehr gemütlich, aber im Sommer wusste ich nicht mehr, was ich machen sollte. Und ich würde mal sagen, die Sommer waren nicht so lange so heiß wie z.B. der letzte. Hat man die Fenster geschlossen gehalten, war es zu heiß. Geöffnet, zu laut vom Straßenverkehr. Also ich fühle mit dir.
    Was ich zum Klimaschutz tue? Manches, aber nur kleines. Aber ich denke, es ist ein Anfang. Wenn ich dagegen sehe, wie in der Nachbarschaft mit Klimaanlagen „aufgerüstet“ wird, die wieder Strom verbrauchen. Ich weiß nicht, ob das so richtig ist. Oder Leute, die immer noch nicht begriffen haben, dass das Klima keine Ländergrenzen kennt und munter drauf los Energie in hohem Maß verbrauchen.
    Zu was erfreulicherem: Dein Outfit ist mal wieder schön und easy. Sei froh, dass du die Slingpumps nicht entsorgt hast. Die sind mega 🙂
    Frohe Pfingsten
    Claudia

  2. Toller Beitrag! Ich kann mich leider nicht freireden davon auf das Fliegen zu verzichten, hehe, genauso wie jetzt gerade nach Lissabon. Ansonsten bewege ich mich gerne mit dem Fahrrad weiter. Finde kleine unabhängige kleine Geschäfte wirklich schön! Erinnert mich sehr bei uns in Wuppertal.Hab ein tolles Pfingstwochenende!

  3. Gute Frage, ja, ich glaube der allergrößte Teil der Menschen, auch die, die grün gewählt haben, können ihr schlechten Gewissen nicht länger verdrängen und suchen eher Ablass, denn niemand will bei sich etwas ändern, ist meine persönliche Meinung und Beobachtung.

    Klima ist kompliziert, und EIN heißer Sommer unterm Dach ist nur ne Wetterlage, und die kann eben mal ein stabiles Sommer Hoch und Mal ein mitteleuropäischer Grusel Sommer sein!;-)
    Und ja, Klima verändert sich, aber global!
    Ich hab kein Auto, fahre Bahn und ÖPNV und nutze (selten) Carsharing, fliege nur,wenn es nicht anders geht und keine Kurzstrecken. Und dennoch und überhaupt ist mein Ökologischer Fußabdruck genauso beschi..en wie von jedem anderen, denn wir alle konsumieren zu viel, das ist ein Fakt. Wir haben und belegen zuviel Raum, pflastern alles zu, spülen Medikamente ins Klo, kriegen alle 24 ein neues Handy ( macht man das mit PCs auch so?), haben 324 Klamotten im Schrank oder teure Hobbys – alles das ist ungesund, für uns und für die Erde. Aber Hedonismus ist verführerischer als Verzicht. Und solange nichts gesetzlich verboten ist, machen alle weiter. Wobei Gesetze auch nichts ausrichten, solange das mindset sich nicht ändert, dann wird an einer Stelle zwar was eingespart, aber an andere Stelle belohnt man sich doppelt dafür, und die Konsumsumme bleibt gleich.
    Sorry, aber bis auf bei ein paar sehr jungen Leuten, die aus ihrem jugendlichen Herzen heraus Lebens-Alternativen suchen, wie die Grünen früher, und auf wirklich minimalistischen Wegen unterwegs sind,(und ein paar von denen aber für die „experience“ dann doch um die halbe Welt jettet, um dann dort billig Urlaub zu machen:-/) sehe ich keinen Willen und keine Bereitschaft, bei sich selbst anzufangen und seinen Lebensstil zu ändern.
    Und ein Mode-Veganer zu werden, hilft vlt dem Umsatz von ein paar cleveren Mode- und Kosmetik Firmen und ist sonst vielleicht ein guter Anfang, es wiegt den Vorstadtpanzer, in dem man jeden Tag allein zur Arbeit fährt, und die unsinnigen Spaß- Wochendtrips mit Flugzeug (zum Shoppen (!!!) oder Junggesellenabschied) aber leider umweltkostenmäßig nicht auf.

    Und ja, ich glaube die Menschen fühlen in ihren Herzen, dass etwas in der Welt nicht stimmt, und bei ihnen. Das ist das einzig Positive, und ich hoffe, dass jeder noch einmal in sich geht, ehrlich sich und sein (!) Verhalten anguckt und dass dann die Leute sich vernetzen und nach neuen Wegen aus dieser Misere suchen, nicht zurückwunschen in schöne alte Zeiten, die sind eh vorbei, sondern in der Zukunft, mit Technologie und KI(?), neue Hoffnung und neue Wege finden.

  4. Ja ein wichtiges Thema, über das ich ja auch schon geschrieben habe (wie du ja weißt 🙂 ). Ich denke diese kleinen Änderungen im Leben können schon helfen, auch wenn die Politik am Zug ist. Aber damit signalisieren wir auch, dass es uns wichtig ist.
    Dass du gerne bei Designern kaufst, ist sehr löblich. Ich verfalle doch immer wieder dem Preis-Dumping-Wahnsinn der großen Ketten.
    Liebe Grüße
    Dorie von http://www.thedorie.com

  5. Die Menschen sind einfach zu bequem und kaufen fertig abgepackten Salat, am besten die Soße noch extra – in Plastik natürlich, Anstatt sich selbst einen Salat herzustellen. Ich finde, solche Dinge dürften in Supermärtken nicht mehr angeboten werden. Ebenso wie Plastiktüten. Was ich für den Müll alternativ nehmen sollte, weiß ich allerdings noch nicht. Papiertüten suppen durch. Tonnenweise Zeitung ist auch nicht die Lösung.
    Meine Oma sage immer „Kleinvieh macht auch Mist“. Jeder kann ein bisschen zum Klimaschutz beitragen. Wichtig ist, dass es uns allen bewusst wird.

    Dein sportliches Outfit heute mag ich sehr. Die Slings dazu finde ich klasse.

    Liebe Grüße Sabine

  6. @Sabine Gimm: Ja, das mit Plastiktüten ist so ein Fall. Ich erinnere mich noch an die Zeit, als der Müll einfach so in den Metalleimer kam, unten eine Lage Altpapier rein, und dann musste eins der Kinder das immer zur Mülltonne bringen. da waren meistens nur Kartoffelschalen drin und ein paar Essensreste, denn soviel Plastikverpackung hatte man einfach nicht wie heute.:-/ Es ist erwiesenermaßen also kein Problem, den Mülleimer ohne jegliche Plastiktüte zu benutzen, es ist nur ein bisschen eklig und man muss den dann selber sauber machen, da sind wir halt alle zu faul/fein dazu…