Wann dürfen Frauen endlich anziehen, was ihnen gefällt?

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Heute wird es mal wieder kurz – der Sommer ist da und obwohl ganz Instagram gefühlt nur aus Maxikleidern besteht, kann ich bei über 30 Grad nur Mini tragen. Wobei beim Shooten schon die Stimme im Hinterkopf losflüsterte, dass das Flatterkleidchen nun wirklich Ü50 nicht mehr zu mir passen würde. Dass die Knie nicht mehr so frisch, etc pp. ergo, ich kein kurzes Sommerkleid Ü50 mehr tragen dürfte!

 

Wann dürfen aber Frauen jeglichen Alters endlich mal tragen, was sie wollen? Ihr mögt jetzt einwenden, dass ja schon lange erlaubt sei, was gefällt. Das wage ich zu bezweifeln, nachdem, was mir im Netz bei meiner Recherche zu diesem Post so untergekommen ist. Doch komme ich gleich.

 

Ein kurzes Sommerkleid Ü50 tragen?

Es soll ja Frauen geben, die munter vor sich hinleben und sich einen Dreck um Falten, Wabbel und Co. scheren. Denen gratuliere ich an dieser Stelle aufs Herzlichste.

Doch Fakt ist auch: Frauen werden immer kritisch beäugt. Nach ihrem Äußeren beurteilt. Und viele von uns haben diese Kritik verinnerlicht.

Ich erinnere mich an eine französische Kollegin, die mal Brigitte Macron auseinander nahm – oh là là kann ich euch nur sagen. Persönlich finde ich die Gattin des Präsidenten optisch einfach nur fabelhaft und mit ihren kurzen Kleidern vorbildlich.

Doch sie verstößt gleich gegen zwei eiserne Regeln, die für Frauen mit Falten gelten: einen jüngeren Mann zu haben (der kann nur schwul sein und Mme Macron das Feigenblatt!) und dann kleidet sie sich sexy und elegant.

Dabei gilt doch, dass Fallbeil Wechseljahre. Spätestens mit dem Verlust ihrer Fruchtbarkeit sind Frauen körperlich nicht mehr interessant.

Wer sich dennoch in kurze Kleidchen wirft, gar Lederjacke überwirft, der kann nur verzweifelt sein.

 

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Der Ausweg? Altersgerechte Kleidung, sagt das Netz.

Lösung 1. Mache es auf keinen Fall, wie die Stylistin Anna dello Russo. Die kleidet sich nun wirklich weder altersgerecht noch „faltengerecht“ (!)

Der frauenfeindlichste Satz in dem ganzen Text, von dem ich dachte, dass er eigentlich nur aus „Versteckte Kamera stammen könnte, war: „ Eine Frau Ü50 sollte wissen, was ihr steht.

Versehen mit dem Hinweis, dass Knallfarben nicht dazu gehören. Hat diesen Text ein Bot gepostet?

Gnädigerweise, so geht es munter weiter im Text, müssen wir nicht nur zu Beige, was ich ja total liebe, greifen.

Und wegen der fiesen Falten am Knie? Da helfen nur Strumpfhosen. Da ist mir aber ein fieser Fauxpas bei meinem heutigen Look unterlaufen.

Strumpfhosen? Hallo? Bei über 25 Grad? Das mache ich höchstens, wenn ich zur Tea Party in den Buckingham Palace eingeladen werde!

Ihr braucht mir, nett wie ihr seid, gar nicht zu versichern, dass ich keine Strümpfe tragen bräuchte. Das will jetzt gar nicht hören. Mir geht es um etwas anderes…..

 

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Das rote Sommerkleid wäre fast schon einige Male in den Second-Hand Laden gewandert.

Weil ich aber diese freien Schultern so gern mag, habe ich es immer weiter im Schrank hängen lassen. Das erste und letzte Mal im Blog gesehen habt ihr es, 2014 zur Aktion „Mein Sommer-Stil – was mich inspiriert.“

 

Sind wir so weit einander anziehen zu lassen, was frau möchte?

Seitdem habe ich mich nicht mehr getraut, so ein mädchenhaftes Kleid zu tragen. Wir reden ja so oft von Akzeptanz. Tatsächlich frage ich mich manchmal, ob wir wirklich so weit sind, einander tragen zu lassen, was wir möchten.

Ich kehre da durchaus auch vor meiner eigenen Tür. Diese kritische, abwertende Stimme sind halt seit Jahrzehnten in meinem Kopf.

Doch die Vorstellung ist doch eher: so ein mädchenhaftes Kleid über 50 zu tragen ist einfach lächerlich. Was für ein gemeines Statement! Es geht einfach niemanden etwas an, was jemand anders trägt.

Außer vielleicht meine Vorgesetzten….und damit meine ich nicht, Beliebigkeit oder Ausschnitt bis zum Bauch im Büro……

Ich bin auch nicht der Typ, dauernd kurz und knapp. An meinem Hochzeitskleid sind die Ärmel lang und der Schlitz vorn dezent. Es ist eher elegant und minimalistisch.

 

Frauen Über 50 sind verzweifelt oder crazy

Wenn ich jedoch in meiner Freizeit etwas tragen will, was mir gefällt, dann will ich das tragen können OHNE die Schere im Kopf. Denn, was heißt „altersgerecht“ anderes als die engen Regeln, die eine immer noch frauenfeindliche Gesellschaft für uns vorgesehen hat?

Dabei wird von unser Generation die Quadratur des Kreises verlangt: Jung sein. Aber dem Jung sein nicht nacheifern. Denn das ist dann nur peinlich. Frauen über 50 sind halt nicht mehr sexuell attraktiv. Punkt.

So lautet das Statement wie ich es gerade in einem Interview las, das die Zeitschrift Brigitte mit der renommierten Modejournalistin Elke Giese führte.

 

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Laut Frau Griese macht, wer attraktiv sein möchte, zum Objekt der Begierde. Und nach Frauen Ü50 giert halt kein Hahn mehr, um das Bild mal ein bißchen zu biegen……Nur noch nach 25-Jährigen.

Attraktiv in meinen Augen ist, dass ich mich Über 50 viel zufriedener und wohl in meinem Körper fühle als mit 25.

Wieso sollte ich daran interessiert sein, mit jungen Frauen zu konkurrieren um die Gunst der Männer? (Jetzt mal theoretisch gesprochen, denn ich habe ja einen Zuhause sitzen. Nicht, dass hier noch jemand was falsch versteht!)

 

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Jung und Sexy-Sein um jeden Preis, komme aus den USA. Frauen würden damit „verzweifelt“ um Aufmerksamkeit kämpfen. Um Blicke der Männer.

Statt zwanghaft sexy sein zu wollen, plädiert die Frau Giese dafür, dass wir unsere „neue Freiheit“ genießen sollten: Keine Bewertung von außen mehr, crazy Klamotten tragen statt kurze Röcke. (Und wenn, dann nur mit dicken Strumpfhosen – grusel)

Sie plädiert für mehr Angezogenheit im Sommer. Ihr Tipp bei Hitze: Ärmel beim weißen Blazer hochkrempeln, farbige Chinos mit Hemd tragen – ich liebe ja Mode und mag Stil. Aber das klingt für mich eher nach Tipps zum stillvollen Schwitzen.

 

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Wie Schade. Denn ich lasse mich nicht so gerne einengen. Oftmals muss ich mich fragen, ob meine Vorstellungen, von dem, was ich tragen kann/will, meine eigenen sind oder herrschende Normen?

Was mich dann motiviert, weiterhin die Grenzen zu pushen und möglichst anzuziehen, was mir gefällt?

Andere Frauen, die in der Öffentlichkeit stehen wie Brigitte Macron, Theresa May oder der Österreicherin Brigitte Bierlein, die übergangsweise jetzt in Österreich regiert.

 

Iris Apfel ist überall

Ich war von ihrer eleganten Erscheinung sehr inspiriert und ihrem Mut zum Stil. Was Vorbilder angeht, sind wir in Deutschland ja ein bißchen unterversorgt 😉

Obwohl: Iris Apfel, die 97-Jährige New Yorker Stilikone, existiert auch in Frankfurt.

Heute begegnete mir eine coole ältere Dame: Gekleidet von Kopf bis Fuß in weißem Leinen so wie die indischen Männer es tragen. Dazu: weiße Tasche, weiße Wedges UND zur Krönung hatte sie sich ihre schlohweißen Haare teilweise Blau gefärbt. Das hat Stil. 🙂

Wenn aber eine 75-Jährige Lust auf Lederhose und Pumps hat, dann soll sie das verdammt noch dürfen, ohne dass sich ein Kübel Häme über sie ergießt.

Daher frage ich mich, ob wirklich mittlerweile alles erlaubt ist, was gefällt? Ich denke, es ist noch viel zu tun…..Was denkt ihr? Meerblaue Grüße

 

Sabina

 

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  1. Liebe Sabina,
    dieses Kleid steht dir ausgezeichnet und ist wie für dich gemacht. Ganz ehrlich, die Pünktchen, die Schluppe am Hals, die Volants, der Ärmelausschnitt. Bitte nicht in den Secondhandladen geben.

    Ich habe noch nie verstanden, weshalb man die Knie nicht mehr zeigen darf. Ich habe auch noch nie verstanden, was an Knieen nicht mehr vorzeigbar sein soll. Ich liebe meine Knie bzw. meine Kniegelenke und bin froh, dass sie so gut funktionieren und ich mit ihnen den Sport machen kann, den ich möchte.
    Auch die Winkeärmchen finde ich nicht schlimm. Je älter ich werde, umso froher bin ich, dass meine Körperteile ihre Funktion erfüllen. (kleiner Exkurs).
    Ich bin auch Ü50 und ziehe an, worin ich mich wohlfühle. Ich würde jetzt nicht in einem Strandkleid, das irgendwo Mitte Oberschenkel endet, in die Stadt gehen. Aber abgeschnittene Jeans, die etwas über dem Knie enden, damit gehe ich auch in die Stadt.
    Ich finde, man soll sich kleiden wie man möchte und aufhören, sich über den Kleidungsstil der anderen aufzuregen.
    Liebe sonnige Grüße
    Claudia

  2. PS
    siehste, so was finde ich so was von Klasse, die „Iris Apfel“ von Frankfurt. So was ist obercool und sorgt auch beim Gegenüber für gute Laune. Es sei denn, man regt sich über so was auf.
    Und danke für die Links zu den Sommerkleidern, genau so was suche ich, wo es jetzt so heiß ist. 🙂

    Brigitte Macron’s Stil mag ich mir sehr gern angucken. Ich denke, sie ist wirklich jung geblieben in ihrem Denken und kleidet sich auch so. Mir gefällts.

  3. Ganz ehrlich es ist ein Thema weil wir uns das verbieten. Daher meinen wir auch anderen das sagen zu können was geht und was nicht. Nein wir machen das nicht laut, wir FRAUEN sind viel schlimmer, wir tuscheln hinter vorgehaltener Hand GANZ laut . Und zack ist es ein Thema. Und es ist egal um was es geht. MÄNNER sind nicht annähern so bekloppt. Die freuen sich über alles was sie zu sehen bekommen. Und was ihnen nicht gefällt da gucken sie weg.
    Fazit … Frauen machen sich ihr Problem selbst. Und ja ich gehöre zu der Sorte die mit über 45 beschlossen hat, das mir das ziemlich Latte ist wer jetzt kurz trägt und wer nicht . Die Gedanken die wir uns über andere machen sollten wir einfach zum relaxen und sich gut fühlen nützen 😉

    LG Heidi …die Dir einen fabelhaften Tag in deinem super hübschen und kurzem Kleidchen wünscht :))

    PS … ich kenne zwei Old Lady´s jenseits der 75 , die gehen nie ohne Wasserfestes Make up zur Wassergymnastik. Seid ich sie kenne weiß ich wie ich später, wenn ich wirklich alt bin, sein will :))

  4. Good for you! We want to wear what we like! But I have to say, I word a short skirt last week and Saw the photos and thought:ugh, what a ugly legs. On the other hand, I am 52, so what! Haha, Just wearing what I like and feel good in!

  5. Dein Kleid ist mega hübsch, bitte nicht entsorgen sondern anziehen 🙂
    Heidi hat recht. Das ist wohl ein „Frauenleiden“. Eigentlich sind wir selbst Schuld, wenn wir uns diesbezüglich Vorschriften machen lassen. Ich persönlich fühle mich in kurzen Kleidern nicht wohl. Das ist aber meine ganz eigene Sache.
    Grundsätzlich mag ich keine Mode-Diktate.

    Liebe Grüße Sabine

  6. Liebe Sabina,
    hübsch, bezaubernd, beschwingt, farbenfroh; das Kleid steht Dir ausgezeichnet, es sieht ganz nach einem gute Laune Kleid aus!
    Ich gebe Dir völlig recht, es ist noch sehr viel! Ich finde Frauen untereinander sind oft sehr kritisch, manchaml auch richtig gehässig in ihren Kommentaren das Aussehen und die Kleidung anderer Frauen betreffend, sozusagen eine „selbsternannte Modepolizei“ geprägt von Neid und Missgunst; ich halte mich da viel lieber an die bunte Vielfalt, die Farben, den Ausdruck von Lebensfreude und erfreue mich daran. Es ist nicht immer alles nach meinem Geschmack, was mir vor die Augen kommt, aber wen kümmert das! Es gibt wahrlich Wichtigeres im Leben; Mode soll doch Freude bereiten, ich will mich gut und schön fühlen in meiner Kleidung. Dein Kleidchen würde mir sehr gut gefallen, eine frische und fröhliche Farbe, anschmiegsam zart, wiegend im Wind…. bitte nicht entsorgen!!!!
    ganz liebe sonnige Grüße Gabriele

  7. Liebe Sabina,
    im Eifer des Gefechtes haben sich ein paar Schreibfehler eingeschlichen…. es ist noch sehr viel zu tun, wollte ich sagen,
    also packen wir es an!
    liebe Grüße Gabriele

  8. P.P.S. :
    aller guten Dinge sind ja drei, also hier der dritte Komment.
    Ich hatte nämlich jetzt Zeit und mir das Interview aus der Brigitte durchgelesen.
    Tut mir leid, aber ein paar Dinge, die gehen mir kräftig gegen den Strich.
    Zum einen Thema Bikerjacken:
    Sorry, ich lach mich kaputt. Ich ziehe doch keine Bikerjacke an um am Wettbewerb teilzunehmen „Wer ist die Schärfste?“
    Nee, die ziehe ich an, weil es mir gefällt genauso wie meinen Nietenledergürtel. Genau wie ich mich schminke, weil ich mir dann manchmal besser gefalle. Genauso gibt es Tage, an denen ich das nicht tue.
    Das andere mit dem cleanen Look. Ja, mag ich auch gern anziehen. Aber genauso gern ziehe ich meine T-Shirts mit Druck und Applikationen an. usw…
    Da kann ich verstehen, dass dich dieser Artikel aufregt.
    Liebe Grüße

  9. Hallo Sabina,
    Zitat:Was mich dann motiviert, weiterhin die Grenzen zu pushen und möglichst anzuziehen, was mir gefällt?

    Genau das ist die Krux. Mich auch. Ich trage was ich will. Dick und Ü50! Der Megagau! Solange Menschen unterstützt werden die über andere herziehen und sich Leute schämen etwas zu tragen was sie eigentlich tragen möchten, solange wird es dieses Problem geben.

    Sich beugen, nein absolut falsch. Tragen was man möchte, egal in welchem Alter übrigens wäre richtig. Und die Über-andere-Herzieh-Menschen gehören nicht unterstützt sondern zurechtgewiesen.

    Schöner Post und umwerfendes Outfit. Kleid auf jeden Fall oft tragen 🙂
    Liebe Grüße Tina

  10. Liebe Sabina,
    sehr guter Artikel meine Liebe! Über das Thema Mini tragen habe ich ja auch schon mal geschrieben. Es ist jeden Sommer das gleiche leidige Thema, wenn Frauen über Frauen urteilen – kritisch, neidisch oder eben voller alter Vorurteile. Ich weiß nicht, ob sich das je ändern wird. Also ich trage auch was mir gefällt!
    Liebste Grüße und einen charmanten Tag.
    Mo
    https://www.just-take-a-look.berlin/sonne-sommerfeeling-mini/

    1. Wenn sich eine etwas herausnimmt, was ich mir selbst nicht erlaube, dann wird es oft kritisch, glaube ich. Es lässt sich bestimmt ewig und endlos darüber schreiben. Weil es halt so komplex ist….solange etwa Frauen tatsächlich um die Gunst der Männer konkurrieren und sich daher als Rivalinnen erleben…wird es wohl immer schwierig bleiben….aber das ist ein anderes Thema für einen anderen Tag. Danke fürs Vorbeischauen und liebe Grüße nach Berlin! Sabina

  11. kann mich deinem beitrag nur anschließen, aber die schere im kopf piekst doch manchmal im hintergrund. ich empfehle die website http://www.advanced.style – da sieht man viele überwiegend ältere menschen, die sich wunderschön stylen. freue mich auf deine nächsten beiträge, gruß vero

  12. Ich musste ja etwas schmunzeln, da ist schon harter Tobak dabei… der erste Kommentar ist ja von einer jüngeren Bloggerin, das kann ich aus ihrer Sicht sogar noch nachvollziehen aber wenn sich reifere Frauen dann selbst geißeln, das ist ja einfach nur dumm…

    Für mich persönlich spielt das Alter für „was darf ich anziehen“ gar keine Rolle. Eher das Styling an sich, passend zum Typ und m.E. auch passend zur Figur. Jeder darf anziehen was er will, logo. Aber wer eben überhaupt kein ästhetisches Gefühl hat, muss dann eben auch damit leben, dass er bzw. sie stirnrunzelnde Blicke erntet. Wie gesagt, altersunabhängig.

    Zwei schöne Beispiele: ein Mädchen vorgestern am Badesee, geschätzte 17 oder 18 mit einer untrainierten und schon ziemlich aus der Form geratenen Figur, im knallig pinken Tankini… nun ja… schön sah anders aus, aber wenn sie das Teil nun mal gut fand und gerne anzieht, so what… dagegen meine modisch sehr kreative „WG-Schwiegermutter“ mit stolzen 80, die egal ob im coolen „Bauarbeiter-Blaumann-Look“ oder im pinkfarbenen Daunenmantel immer eine sehr attraktive Erscheinung abgibt.

    Genauso nervt diese alte „Regel“ ab 40 keine langen Haare mehr.. völliger Blödsinn.. auch hier sehe ich das wie oben beschrieben, es kommt mehr auf die Haare selbst an als aufs Alter… wer mit 60 noch schönes langes Haar hat, selbst wenn es schon ergraut ist, sieht in meinen Augen schöner aus als eine Jugendliche mit z.B. wasserstoffblonden krampfhaft gezüchteten dünnen Fusseln auf dem Kopf.
    Und im Zweifel: lieber etwas modisch gewagter, auch wenns vielleicht mal grenzwertig sein sollte als in mausgrau oder omabeige herumzulaufen.

    Ich persönlich mag es sehr im Sommer viel nackte Haut zu sehen und bunte Kleidung, dabei achte ich gar nicht groß auf Alter und Styling. Ich finde das bunte Durcheinander auf der Straße mit nackten Armen oder Beinen so lebendig und lebensfroh, dass es richtig gute Laune macht. Dieses verhüllte Einheitsgrau-braun-schwarz im Winter finde ich so deprimierend…

    Ich erinnere mich auch gern noch an eine meiner Omis, die mit Anfang 70 in einem rot-weiss geblümten, knieumspielenden, mädchenhaften Kleid hüftschwingend und stolz mit mir durch die Stadt lief…

    Liebe Grüße
    Bianca

    1. Ich merke schon, du hattest/hast tolle Vorbilder. Das ist beneidenswert. Im besten Sinne….das klingt für mich sehr unverkrampft. Grau und Braun trage ich sehr gerne übrigens …*Lach* Aber ich weiß, was du meinst. Letzten Winter habe ich mir sehr viel Mühe gegeben, viel und oft Farbe zu zeigen…genau aus diesem Grund. Wenn ich eine Person auf der Straße sehe, die interessant oder gut gekleidet ist, dann ist das eine Freude. Ich erfreue mich einfach daran. Lachen muss ich aber über die zunehmenden Fashion Victims, egal welchen Alters. Dazu fällt mir dann nur ein: Na, wieder bei Zara zugeschlagen?
      Haarfreif, Faltenrock, Lederjacke und Nietenpumps zur metallicfarbenen Handtasche. So viele Trends auf einen Haufen tragen, versprüht für mich persönlich keine Freude oder macht mir Lust auf Mode.
      Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und sende liebe Grüße aus Frankfurt. Sabina

  13. Klasse geschrieben Sabina, ich sage ja meistens immer Mode kennt kein Alter. Und ist das nicht das Coole daran? Ob Jung oder Alt, introvertiert oder extrovertiert. Mode darf einfach an keinen Ketten gelegt werden, Grenzen gesetzt werden. Denn dann ist das einfach sehr langweilig. Ich merke selbst im Freundeskreis wie verglichen wird, der Jugendbrunnen. Dabei haben wir es doch gar nicht nötig? Wir sollten uns gegenseitig lieber für die Persönlichkeit loben. Es wäre übrigens sehr schade gewesen, wenn dein Kleid im Second hand Laden gelandet wäre. Es ist einfach sehr schön!

    1. Liebe Petra, das hast du schön gesagt, mit der Langeweile. 🙂 Was meinst du mit „verglichen wird im Freundeskreis“? Was das ALter angeht? Wer jung aussieht? Oder was? Das würde mich mal interessieren. Ja, es hat mir gezeigt, doch nicht alles so schnell auszusortieren…..Schönes Wochenende und liebe Grüße von Sabina

  14. Hallo Sabina, ja dass beispielsweise das die eine jünger aussieht als die Andere aussieht, und das finde ich total unwichtig, da wir alle stolz auf das sein sollen, was wir schon erreicht haben. Aber zum Glück passiert das nicht häufig.