Sommerkleid und warum mich Feminismus langweilt

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Wir müssen reden. Und zwar von Frau zu Frau. Angeblich ist das 21. Jahrhundert ja die Zeit der Frauen. Die Auferstehung des Matriarchats erleben wir gerade, schreibt das hiesige Stadtmagazin! Wirklich? Doch ich hätte dazu bitte noch folgende Fragen: Warum findet das Thema Feminismus so wenig in den Blogs Ü50 statt?

Manche mag da denken, statt zu debattieren, stülpe ich mir ein T-Shirt über mit dem Modespruch „We should all be Feminists!“ Ist ja seit einiger Zeit auf den Laufstegs zu entdecken….

 

Feminismus: Statement gut, alles gut?

Ist bei der Gleichberechtigung alles in Butter? Herrscht deshalb Totenstille?

Wenn dem so ist, warum fühlen sich zwei Studentinnen in Frankfurt bemüßigt, einen Podcast „Das F-Wort“ mit dem Hessischen Rundfunk ins Leben zu rufen? Will ich als Frau Ü50 nicht mitreden? Habe ich resigniert, wenn es um Feminismus geht?

 

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Warum mich die feministische Diskussion in Deutschland langweilt

Es widerstrebt mir irgendwie im Gespräch über das, was Frau-sein ausmacht, schweigend daneben zu stehen. Ein T-Shirt zu tragen ist das eine. Aber was bedeutet Feminismus?

Das ist meines Erachtens eine wichtige Frage, die vielleicht nie fertig diskutiert ist. Doch mich nach 25 Jahren immer noch mit denselben Klischees auseinandersetzen zu müssen, nervt mich.

  • -Wenn ich das Interview mit den jungen Damen lese, dann muss ich immer noch beweisen, dass ich als Feministin Humor habe. Nee, ich gehe zum Lachen in den Keller. Bis ich zurück bin, mögt ihr vielleicht meine Liste der lustigsten Bücher aller Zeiten in den Sommerferien lesen!
  • Echt jetzt. Der Vorwurf der Humorlosigkeit wird immer noch bedient. Trotz Komikerinnen wie Anke Engelke und Carolin Kebekus oder Monika Huber, um spontan drei zu nennen, denen ich gerne zuschaue.
  • Lasst uns über weibliche Geschlechtsteile reden. Muss ich jetzt über meine Vulva reden, weil Männer ständig über ihr Geschlechtsteil plappern? Das wäre für mich kein Grund. Es ist aber schon bestürzend, wenn aus Scham und sogar Ekel darüber geschwiegen wird.
  •  Mich wundert, wie wenig sich Frauen meiner Generation für ihre eigene Sache einsetzen.

 

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Rollentausch

Als ich meine rebellische Phase hatte, habe ich das Buch  „Die Töchter Egalias“ verschlungen (Service-Link zu Amazon, kein Affiliate.) Entdeckt hatte ich das natürlich im feministischen Buchladen an meinem Studienort Göttingen, wo ich ein regelmäßiger Gast war. Also, im Buchladen jetzt. An der Uni ließ ich mich auch blicken 😉

Die Geschichte basiert auf der Idee, den Spieß in der Gesellschaft einfach umzudrehen und Männern die Rolle zuzuweisen, die Frauen normalerweise in der Realität zugeschrieben wird.

Und sehr schnell werden deine Augen immer größer und du fängst an den Kopf zu schütteln über die Behandlung, die Bevormundung oder Herablassung, die Frauen tatsächlich entgegenschlägt.

 

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Ich bin ja hauptsächlich in einem Männerhaushalt aufgewachsen und habe gelernt, mich zu behaupten. Mein Vater ist früher eher konservativ unterwegs gewesen, hat aber seitdem dazu gelernt.

Doch ihr glaubt gar nicht, was ich für einen Aufstand veranstaltet habe, wenn ich das Gefühl hatte, ich werde nicht als MENSCH, sondern als FRAU/Mädchen gesehen und behandelt!

 

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Habe ich Sexismus erfahren? Da ich mich immer zu wehren gewusst habe, kann ich das nicht beantworten.

Aber sexuelle Belästigung habe ich ganz sicher erlebt. Ungefragt angefasst zu werden von einem Höherrangigen etwa. Oder auch auf privaten Feiern bin ich angegrabscht worden.

Nachdem mich in Göttingen nachts ein Fußgänger ganz fies beim Vorrübergehend plötzlich festhielt, in der Absicht, mir Angst zu machen, buchte ich einen Wen-Do-Kurs.

Feministische Selbstverteidigung

Das ist die feministische Variante der Selbstverteidigung, den auch nur Frauen unterrichten.

Da habe ich mich immer phänomenal gut aufgehoben gefühlt. Wir haben bei einer Übung mal ein Brett zerhauen mit der Handkante. Ich war so stolz, dass die zerteilten Teile bis heute noch als Unterlage für meine Blumentöpfe dienen.

 

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Feminismus-Hype? Oder wie bin ich zum Feminismus gekommen.

Also in meinem Schrank stapeln sich Statement-Shirts ohne Ende. Aus der Tate Gallery in London brachte ich mir als Souvenir mal ein Top mit „Reasons to be a Woman Artist“. Das habe ich euch am Samstag in meinem Instagram-Account gezeigt.

Ich denke jedenfalls, dass ich zwar in gesellschaftlichen Strukturen lebe, die einen Rahmen schaffen. Dennoch fühle ich mich selbst dafür verantwortlich, wenn ich schlecht bezahlt werde. Die Männer in einem Niedriglohnsektor erhalten auch nicht mehr Honorar, wenn sie etwa als Lehrkräfte in der Erwachsenenbildung tätig sind, so wie ich.

Wenn ich bereit bin als Beauty-und Mode-Influencerinnen für einen billigen Lippenstift und ein Halskettchen, kostenlose Arbeit zu leisten, dann schätze ich meine Leistung gering. Niemand sonst.

 

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Was ist also Feminismus? Nicht das, was eine einzelne Richtung vorgibt. Für mich sind es die Beiträge aller Frauen und Männer, die sich an der Diskussion beteiligen oder jeden Tag ihre „Frau“ stehen, in einem Team mit ihrem Partner oder einer Partnerin.

Und warum ein Matriarchat für mich nicht der Weisheit letzter Schluss ist, lest ihr in meinem Beitrag über Networking unter Frauen. Mehr zu Frauenpower findet ihr auch in meinen Beitrag über starke Looks.

Ich denke nicht, dass Frauen per se die besseren Menschen sind. Totaler Quatsch, aber oft eine andere Lebensweise und Perspektive mitbringen, die viel zu wenig berücksichtigt wird. Denkt etwa an die Forschung bei Herzinfarkt, der sich im weiblichen Körper ganz anders bemerkbar macht!

 

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Mein Look zum Thema? Weibliches Sommerkleid mit bequemen Metallic-Sandalen statt High Heels und einer Korbtasche, die für mich den verspielten Charme des Sommers verkörpert.

Und damit sich niemand wundert: Eine Feministin zeigt auch Bein. Weil das eine mit anderen nun mal so gar nicht und dann doch wieder alles zu tun hat. Doch darauf komme ich vielleicht ein anderes Mal zu sprechen.

Wann geht es auf OB Style weiter? Nächsten Sonntag! Und zwar wieder mit einem Kleid. Nämlich mit einem ganz fantastischen, das ihr auf keinen Fall verpassen solltet in der Blogger-Aktion der Modeflüsterin!

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Geht ihr beim Thema Feminismus euch die Nase pudern? Habt ihr wenigstens ein Statement-Shirt im Schrank? Und ist das F-Wort nur etwas für junge Frauen? Meerblaue Grüße

 

-Sabina

 

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  1. Ach Sabina,
    ehrlich? Mit dem Thema Feminismus habe ich überhaupt nichts am Hut.
    Vielleicht weil ich nie damit oder dagegen zu kämpfen hatte. Ich habe mich nie als Frau schlecht behandelt gefühlt oder wenn, dann habe ich es vergessen. Wenn ich schlecht behandelt wurde ( das war leider öfters der Fall) dann habe ich das als Mensch empfunden und nicht als Frau.

    Die jungen Influencerinnen, die für einen Lippie oder eine Kette ihre Posts veröffentlichen. Ja mei.
    Als ich jung war, hatte ich zu dem ganzen auch noch eine andere Einstellung. Ich kann mich heute nicht mehr mit den jüngeren vergleichen. Das wäre unfair ihnen und mir gegenüber.
    Einen ganz schönen Meeresurlaub wünsche ich dir und deinen Lieben,
    Claudia 🙂

    1. Das ist wunderbar, dass du die Persepektive deiner Tochter dazu hast liebe Petra. Das finde ich bereichernd.

      Ich meine ganz sicher nicht die jungen Influencerinnen, weil ich von denen zu wenig weiß. Das würde ich mir nicht anmaßen. Nein, ich rede von der Ü50 Community, wie ich sie erlebe.

      Herzliche Grüße von Sabina

  2. Super geschrieben! Ich hatte bislang das Glück, privat sowie beruflich nicht nur einfach als Frau abgetan und getadelt worden zu sein, sondern mir immer respektvoll entgegenkam. Wenn ich mal mit meiner Tochter über Feminismus spreche, sind wir da recht unterschiedlich. Allein dafür das Sie gerne Statement Shirts trägt und ich kein einziges im Schrank habe.

    1. Nancy, totally forget where it is from. Last year bought it at Mango’s …so it has been sitting in my closet for some time. xo

  3. Moin Sabina,
    über Feminismus habe ich(55) mir ehrlich gesagt noch nie Gedanken gemacht. Ich würde eher sagen das ich es Lebe 😉 . Nun Nähe ich zwar Taschen und mehr für Frauen( OK meine Kulturtaschen können auch Männer sehr gut Nutzen) aber mein Hauptjob ist in einer absoluten Männerdomain. Ich bearbeite Boote mit Schleifmaschine,Flex ect. außerdem habe ich einen kleinen Hafen und muss für die Instandhaltung sorgen. Ich baue auch Möbel und kleine Sachen aus Holz selber. Als erstes habe ich Friseur gelernt 😉 Und nein ich bin auch nicht andersrum sondern habe Mann und 2 Töchter sowie 2 Enkel.Malen tu ich auch noch und bin begeisterte Handwerkerin. Ich habe aber auch erlebt wie ich als Frau in dieser Branche nicht Ernst genommen würde. Auf der anderen Seite habe ich für meine Arbeit(Bootsbranche) viel Lob und Anerkennung von Männern erhalten. Ich habe aber auch gemerkt das Männer sowas von anders Ticken als wir. Sie neigen eher zum Verdrängen und Ignorieren Streitigkeiten. Ich als Frau habe eher eine niedrigere Schmerzgrenze und beende dann auch mal kurzerhand das Geschäftsverhältnis ( Kunde fliegt raus) und weise dahin wo der Maurer das Loch gelassen hat.Wobei ich sagen muss das ich auch auf meinem Betriebsgelände wohne.Trotzdem hatte das ganze für mich nie mit Feminismus zu tu, da ich immer nur die menschliche Seite sehe.Es ist Egal ob sich Männlein oder Weiblein daneben benimmt.Im Moment wird dieGeschichte wohl auch noch durch unsere neuen Mitbürger aktueller den je, da bekanntlich in der Sharia die Frau als unperson gehändelt wird.
    Dir noch einen schönen Urlaub. Lieber Gruß von Marion

    1. Boah liebe Miss Marion, ja Respekt.

      Das haben wir gemeinsam: Die menschliche Seite zu sehen. Für meinen Teil muss ich dann aber sagen, habe ich die Erfahrung gemacht, dass der andere Part mich nicht als Mensch, sondern als Frau behandelt hat. Quasi auf mein Geschlecht reduziert. Ärgerlich. Inakzeptabel. Ich fand immer schon, dass Menschenrechte universell gelten. Liebe Grüße Sabina

  4. Dein Sommerkleid ist auf jeden Fall sehr feninin und hübsch 🙂

    Ich bin nie so die Fiministin gewesen und bin es auch jetzt nicht. Es liegt vermutlich daran, dass ich mich schon als Kind durchbeißen und behaupten musst, aber nicht wegen „Weiberkram“.

    Anders sieht es vielleicht in Asien oder Entwicklungsländern aus, in den Frauen heute immer noch unterdrückt und mies behandelt werden – hauptsächlich von Männern. Ich finde, da können wir verwöhnten Eropäerinnen gar nicht mitreden.

    Liebe Grüße Sabine

    1. Liebe Sabine, als Kind sich durchbeißen zu müssen, ist eine Sache für sich. Aus persönlicher Erfahrung muss ich dann sagen, wenn ich als Erwachsene die Qualitäten, die es mir gebracht hat, schätzen kann, dann habe ich viel gewonnen.

      Danke für deinen Beitrag und liebe Grüße! Sabina

  5. Super interessanter Beitrag den ich gerade komplett verschlungen habe. Mit dem Thema Feminismus habe ich mich jetzt länger nicht auseinander gesetzt, sollte ich aber vielleicht mal wieder tun, denn du sprichst so viele wichtige Punkte an. Sexismus habe ich oft erfahren und ich glaube du auch. Nur weil man sich zu wehren weiß, heißt es nicht, dass es einem nicht widerfährt. Toll, dass du das ganze Thema mal angesprochen hast und eventuell tue ich das auch bald mal (wieder).
    Liebe Grüße
    Dorie von http://www.thedorie.com

    1. Liebe Dorie, das freut mich wirklich, wirklich mega. Vielleicht ist es auch eine Frage des Alters, dass manche Frauen sich mehr damit beschäftigen? Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall freue ich mich, bei dir darüber zu lesen. Ich mag die aktuelle, schrille Debatte nicht, die manche fahren. Aber inhaltlich finde ich die Diskussionen wichtig. Doch dauernd von weißen, alten Männern zu faseln geht mir mächtig auf den Zeiger. Das ist eine natürliche, emotionale Reaktion. Aber wieso sollte ich die Erfahrung von anderen herabsetzen, damit ich etwas für mich erreiche? Eine Frau hat per se nicht die bessere Sicht. Ein Mann natürlich auch nicht. Diese Opferhaltung geht mir auf den Wecker….aber klar habe ich als erwachsene, digitale Frau eine mordsmäßige Erfahrung zu bieten…:) LG Sabina