Japan in 12 Tagen | Tempel, Kirschblüten und Pantoffeln

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Yokohama Landmark TowerJapan? Ist das Land der Kirschblüte und der Pantoffeln in meinen Augen. Auf Instagram hatte ich euch gerade erzählt, dass der Jahresbeginn für mich auch immer mit Fernweh verbunden ist:

Schon zwischen den Jahren beginnt Planen und Buchen. Im Januar werde ich ganz zappelig, dann zieht es mich hinaus in die Welt. Weil das aber noch ein wenig dauert, will ich mir die Zeit versüßen und in meinen liebsten Reiseerinnerungen schwelgen.

 

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Und so startet heute meine kleine Reise-Serie: In weniger als 30 Tagen um die Welt. Von den USA über europäische Städte bis nach Japan führt mich mein Weg, auf den ihr mich gerne begleiten könnt, wenn ihr Lust habt.

Japan erlebt ja gerade den größten Tourismus-Boom seiner Geschichte.

 

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Und den Anfang macht heute also das spannende Land im Fernen Osten mit seinem beeindruckenden Berg „Fuji“-san (wie die Japaner sagen), der traumhaft-filigranen Natur und seinen drollig-fremden Gewohnheiten wie den warmen Toilettensitzen, Fahrstuhlführern in weißen Handschuhen im Kaufhäusern und sterbenspünktlichen Zügen, die haargenau an der auf der Bahnsteigkante vorgezeichneten Stelle halten.

 

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12 Tage war ich einen April dort, um meine japanische Freundin Satoko zu besuchen. Wir hatten uns hier in Frankfurt kennengelernt und angefreundet. Dann wurde die Familie zurück ins Heimatland von der Firma beordert.

 

Yokohama City Hall
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Haupteingang Sankei-en Garden, Yokohama

 

Meine Freundin lebt in der Nähe von Yokohama, das etwa eine Zugstunde von Tokyo am Pazifik liegt. Sie haben mich am internationalen Flughafen Narita abgeholt.

 

Der Shinkansen gleitet durchs Land

Fünf Tage wohnte ich bei meiner Freundin in deren Reihenhaus mit 74 Qudratmetern. Von dort aus bin ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Hauptstadt gegondelt.

Fünf Tage habe ich allein in der ehemaligen Kaiserstadt Kyoto verbracht. Von Tokio reiste ich mit dem Shinkansen. Gegen den ist unser ICE die reinste Klapperkiste muss ich leider sagen. Die Strecke führt am Mount Fuji vorbei und dauert etwa zwei Stunden.

 

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Yokohama

Was anschauen?

Durch den Wohnort meiner Freundin und den zeitlichen Rahmen war mein Radius vorgegeben. Ich habe mich auf die Hauptinsel mit Tokio, Kyoto und Yokohama im Osten beschränkt.

Im Westen in der Präfektur Toyama wohnen die Eltern meiner Freundin Chisato.

Onsen im Westen der Hauptinsel

Die Gegend ist beliebt wegen ihrer vielen Onsen, den heißen Quellen, ähnlich wie in Island. Leider hatte ich noch keine Gelegenheit dorthin zu reisen.

(Hokkaido im Norden in Sapporo werden jeden Februar die berühmten Eisskulpturen errichtet. Es ist ein Winterskigebiet.) Die südliche Insel Okinawa, deren Strände an die Karibik erinnern.

 

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Port and Red Brick Warehouse; Minatomirai; Yokohama

 

 

Yokohama, die so westlich geprägte Stadt beeindruckt mit ihrem Flair und mich persönlich mit der Architektur des Hafenterminal in Form eines Schiffes. Er wurde ganz aus Holz gezimmert.

 

 

Wohin noch? Tokyo, keine Frage. Und Kyoto. Am besten zur Kirschenblüte im März/April. Wann die Blüten blühen, weiß keiner so genau. Da hatte ich Glück.

 

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Kyoto

 

Die Kirschen erblühen nicht nur in Mauve, sondern auch in Weiß und Purpur.

 

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Teezeremonie selbst gemacht; Teehaus, Yokohama.

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Japan: Alles ein bißchen enger und kleiner.

Ich bin ja nun nur 1,71 Meter groß. Aber in Japan ist alles niedriger, enger und kleiner. Von den Badezimmern in Wohnhäusern bis zu Treppenaufgängen.

 

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Japan ist enger, niedriger, anders.

 

Essen die Japaner jeden Tag Sushi? Das war natürlich meine Erwartung. Aber weit gefehlt. Das ist auch für Einheimische kostspielig.

Meine Freunde luden mich zum Essen ein, als gute Gastgeber. Ansonsten aßen wir simple Speisen wie sie im Alltag üblich sind: Reis mit gedämpften Gemüse etwa.

 

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Ist Japan teuer? Eine der erstaunlichsten Erkenntnisse war tatsächlich, dass Japan teuer sein kann, aber nicht sein muss.

Gerade tagsüber habe ich mich gerne in den unterirdischen Lokalen versorgt. Eine Udon-Suppe macht supersatt und kostete umgerechnet rund sieben Euro. Unterwegs war ich immer mit Bus und Bahnen.

Vor allem in Kyoto bin ich aber meistens zu Fuß gelaufen. Darüber werde ich noch einen eigenen Post schreiben, weil es so viel zu erzählen gibt.

 

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U-Bahn nach Hause

 

Wie komme ich sprachlich zurecht? In großen Städten sind vor allem die Jüngeren unglaublich eifrig und hilfsbereit.

Entweder haben sie mich im Bus in eine Unterhaltung verwickelt. (Achtung. seid darauf vorbereitet, Lobeshymen auf Oliver Kahn vorgesungen zu bekommen.:)) Oder sich angeboten, mir den Weg zu erklären, um ihr Englisch zu üben.

 

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Aoi So Inn, traditioneller Ryokan in Kyoto, B&B auf Japanisch.

 

In Kyoto war ich allein. Gewohnt habe ich in einem japanischen B&B, Ryokan genannt. Der Vermieter sprach wenig Englisch, aber wir haben uns verständigt.

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Auch im Supermarkt, im Café oder im Kaufhaus ging alles glatt. Ich habe sogar dadurch im Handumdrehen gelernt bis zehn zu zählen.

 

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Die Mädels im Sonntagsstaat. In Kyoto ist traditionell alles ein wenig konservativer. Auch die Kleidung.

 

Verständigung funktioniert im Zweifel mit Händen und Füßen, notfalls kommt das Handy zum Einsatz. Allerdings sollten Reisende darauf vorbereitet sein, dass gerade außerhalb großer Städte ältere Menschen nicht des Englischen mächtig sind.

 

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Wie finde ich mich in Japan zurecht?  Ihr kennt doch den Spruch, wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben? Diese Einstellung hilft ungemein.

Denn das Land kennt ja ursprünglich weder Straßennamen noch -Schilder.

im Zeitalter von Google Maps ist das umherflanieren natürlich alles einfacher. Aber dennoch: Adressen gibt es nicht so richtig.

Mein skurrilstes Erlebnis war, dass ich die U-Bahn auf dem Nachhauseweg am falschen Ausgang verließ und dann nicht mehr die Richtung zur Pension fand.

 

 

Es war dunkel. (Japan ist ein sehr sicheres Land.) Und dann sieht alles natürlich ganz anders aus. Irgendwie habe ich es dann aber gefunden. 🙂 Und dafür diesen originellen Eingang zu einem Friseursalon entdeckt.

 

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In Japan hat alles seine Ordnung und seinen Platz. Das gilt sowohl für die „gezähmte“ Natur, die Schönheit ist natürlich von Gartenarchitekten geschaffen, als auch für Männer, Frauen und Objekte.

Sieht der Käsekuchen nicht zum Anbeißen aus? Leider war er steinhart!!!

Diesen Sinn für Schönheit und Ästhetik habe ich in Japan sehr genossen.

 

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In der Öffentlichkeit wird weder gegessen noch sich die Nase geputzt. Mehr als einmal haben mich die Vorschriften, die ich als Gast natürlich mich bemüht habe zu befolgen, durcheinander gebracht.

 

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Sei es, dass ich ständig vergaß vor der Toilette in die eigens dafür vorgesehenen Latschen zu schlüpfen. Sei es, dass ich den ganzen Tag unterwegs war und vor Hunger fast vergangen wäre auf der Heimfahrt nach Yokohama.

 

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Schließlich biss ich ganz verstohlen in mein Rosinenbrötchen, dass noch in der Tasche überdauert hatte.

 

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Japan: Was ansehen?

Das Land ist voller Tempel, die alle sehenswert sind, besucht und besichtigt zu werden. Wie soll sich eine Reisende entscheiden?

Im Reiseführer habe ich einfach nur nach dem Bauch entschieden, welche Bilder mir gefielen. In Kyoto nutzte ich dann noch die Karte der Tourismusbehörde und plante jeden Abend für den nächsten Tag.

 

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Gion Yasaka Schrein

 

Und es gab jenen Tempel mit einem Steingarten aus dem 13 Jahrhundert. Den musste ich sehen. Oder jenen, der als Location für den Film von Sophia Coppola „Lost in Translation“ vorkommt.

Auch das Hyatt in Tokyo, in dem gedreht wurde, habe ich aufgesucht. Die Hotelbar im 55. Stock ist einen Abstecher wert. Fotoalarm!!!

 

 

Shibuya Eki, (Bahnhof). In Tokio mit dem berühmten Hund, der seinem Herrchen über den Tod hinaus die Treue hielt. Verfilmt mit Richard Gere. Hatschiko bekam ein Denkmal, das heute als Treffpunkt gilt.

 

Welches Zimmer nehme ich als Einzelperson in einer japanischen Pension?

Zimmergrößen werden nach der Anzahl der Matten bestimmt, mit denen sie ausgelegt sind. 6 Tatami-Matten wollte ich. Das ist ein ordentlich großer Raum mit Platz für einen Tisch und Bewegungsfreiheit.

 

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Drolliges Detail: Der 1a-Futon auf der Erde. Der Ryokan bot Badezimmer, geteilte Küche. Der absolute Höhepunkt aber war für mich, in einem authentischen Haus mit derart filigranen Wänden zu wohnen.

Das ist eine Atmosphäre, die man selbst erlebt haben muss.

 

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Und— Vorhang zu. Ich hoffe, meine kleine Tour hat euch gefallen. Aus 800 Fotos nur wenige auszuwählen war gar nicht so einfach. Was würdet ihr gerne noch erfahren? Habt ihr noch eigene Tipps? Meerblaue Grüße

 

-Sabina

 

PS: Auf Instagram verkünde ich am Donnerstag, wer den Kaffebecher für #MeerModeMut gewonnen hat. Im Blog am Sonntag 🙂

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  1. Liebe Sabina,
    vielen Dank für diesen interessanten Post über Japan, die Fotos sind klasse!
    Ich bin schon sehr gespannt auf den Artikel über Kyoto, da wir im Sommer dort auch 4 Nächte verbringen werden.
    Liebe Grüße Nicole

  2. Liebe Sabina!
    Ein toller Bericht über Japan bzw. Tokio, Kyoto und Yokohama. Sehr interessant und informativ, begleitet von traumhaften Bildern. Freue mich auf MEHR über dieses aufregende Land und seine Menschen!
    Ganz liebe Grüße EvelinWakri

  3. Liebe Sabina,
    Dein Reisebericht hat mir sehr gefallen. Bilder von Japan vermitteln mir den Eindruck, dass obwohl alles so ganz anders ist als bei uns, man sich dort frei und entspannt bewegen kann und willkommen ist. Ich stelle mir vor, dass es an jeder Ecke unglaubliches zu entdecken gibt.
    Liebe Grüße
    Sabine

  4. Oi querida! Da hast du ja eine wunderschöne Reise gehabt! Wie gut, dass du auch deine Freundin besuchen konntest. Es macht doch vieles Einfacher, wenn man eine Unterstützung bekommt von jemanden der dort vor Ort lebt. Die Bilder sind sehr schön und ich bin gespannt auf die Fortsetzung! Ich liebe die Kirschblüten auch so sehr, da hast du ja echt Glück gehabt, dass du gerade dann dort warst.
    Beijinhos,
    Claudia