Interview mit meiner Fotografin Julia: über Faxen vor der Kamera und das perfekte Bild

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Bessere Blogfotos gehen immer! Und nach dem richtigen Winkel für meine Selfies suche ich immer noch. Also habe ich jetzt mal meine professionelle Fotografin Julia Bengeser nach ihren ganz persönlichen Tricks gefragt. Bei der Gelegenheit verriet sie mir auch, was ein gutes Foto ausmacht und welche Mindestausrüstung eine Bloggerin tatsächlich benötigt.

Ich bin davon überzeugt, dass einem das Leben immer genau das schickt, was man benötigt. Das mögen manche als versponnen abtun. (Was ihr gutes Recht ist.) Mein Leben hat mich allerdings diese Erfahrung gelehrt.

Seitdem ich 2014 ernsthaft begonnen habe zu bloggen, habe ich mir eine professionelle Fotografin gewünscht. Doch woher nehmen, wenn nicht stehlen? Und dann begegneten Julia und ich uns auf völlig unerwarteten Wegen – glücklicherweise haben wir uns gleich prima verstanden.

Fotoshootings verlaufen mit ihr komplett entspannt und unkompliziert. Ihre ruhige und gelassene Art lassen mich die Kamera vergessen.

Ein guter Grund, um euch heute die Frau vorzustellen, die normalerweise mich in den Fokus rückt.

Für das Interview hat Julie auch ihre ganz persönlichen Bilder unserer Modeshootings ausgewählt – spannend, denn mir gefielen aus der Reihe oft andere Posen 😉

Viel Spaß beim Lesen!

Fragen an Julia formuliert ihr bitte gerne direkt in den Kommentaren!

 

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Erzählst du uns etwas über dich?

Ich bin Julia, 40 Jahre alt und begeisterte Frankfurterin. Irgendwie habe ich es nie geschafft mich von Frankfurt länger zu trennen und kann mir das in der jetzigen Lebensphase auch nicht vorstellen.

Ich habe ganz klassisch nach dem Abi eine Fotografenlehre in einem Portraitstudio gemacht und danach an der Goethe Universität Kulturanthropologie studiert. Zehn Jahre lang, habe ich für ein Stadtmagazin als Fotografin und Bildredakteurin gearbeitet und Frankfurt dabei noch mehr lieben gelernt.

2012 konnte ich das Ergebnis eines ganz wunderbaren Projekts auf der Buchmesse besuchen – ein von mir fotografiertes Kochbuch.

Seit 2013 bin ich Mutter von Zwillingen und seitdem nur noch schwer aus der Ruhe zu bringen. Ich liebe meine Selbstständigkeit, weil sie sich ganz wunderbar mit meinem Privatleben vereinbaren lässt.

 

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Bessere Blogfotos:

Was macht ein gutes Bild für dich aus?

Ein gutes Bild ist für mich zunächst einmal eines, an dem mein Blick hängen bleibt.

Der Grund dafür kann die Bildgestaltung sein, aber auch das Motiv, das mich besonders anspricht. Tendenziell bleiben Betrachter wohl länger bei einem Bild, wenn es eine gewisse Ordnung aufweist.

Sei es durch den berühmten goldenen Schnitt, also eine 2/3-Aufteilung oder durch bestimmte Fluchtlinien und Symmetrie. Das gilt auch für mich als Betrachterin.

 

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Wie mache ich das beste Selfie?

Lange vor Instagram und dem Selfie-Wahn habe ich schon mit meinen analogen Spiegelreflexkameras gerne Fotos von mir mit anderen gemacht, weil mir diese Bilder einfach gefielen.

Diesen zwangsläufig engen Bildausschnitt, bei dem früher nie so ganz klar war, was im Hintergrund zu sehen war, fand ich schon immer gut.

Mit einem Smartphone ist das inzwischen natürlich viel einfacher und vorhersehbarer. Wichtig ist mir dabei, immer leicht von oben zu fotografieren, weil das vorteilhafter ist und vor dem Foto zu prüfen, wo eigentlich die Linse der Smartphone Kamera ist, um dann gezielt dorthin schauen zu können.

Ich tappe immer wieder in die Falle, mich selbst im Display anzulächeln.

Wenn es um mehr als ein Kopfportrait geht und keine zweite Person verfügbar ist, hilft nur ein Stativ mit Selbstauslöser und ganz viel Übung.

 

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Welche Mindestausstattung brauche ich als Bloggerin für ein gutes Bild?

Das hängt davon ab, was man mit den Fotos für den Blog eventuell noch für Pläne hat, was man fotografieren möchte und was das Hauptthema des Blogs ist.

Ich liebe es unkompliziert und deshalb stehe ich zu meiner Antwort, dass ein Smartphone mit ordentlicher Kamera für mich bereits die Mindestausstattung ist.

Wenn der Fokus beim Blog auf Portraits oder Motiven mit schwierigen Lichtverhältnissen liegt, sollte es allerdings schon eine gute System- oder sogar Spiegelreflexkamera mit entsprechendem Equipment wie Blitz, Stativ, Wechselobjektiven sein.

Aber mit Hilfe von Bildbearbeitungs-Apps und Filtern kann man aus den meisten Fotos faszinierend viel herausholen.

 

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Hast du ein Lieblingsfoto? Professionell/Privat? Warum?

Wenn ich mich für ein einziges Foto entscheiden müsste, dann wäre es eins, dass ich von meinen Kindern wenige Tage nach der Geburt gemacht habe.

Weil mich der Anblick immer noch überwältigt. Da gewinnt dann ganz klar das emotionale Motiv gegenüber der Bildqualität, die absolut in Ordnung, aber nicht überragend ist.

Aber immerhin, bei der FAZ-Aktion „Unsere Köpfe des Jahres 2013“ wurde es veröffentlicht.

 

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Wie kann ich mich vor der Kamera entspannen?

Aus Fotografensicht sind die Kandidaten bei einem Gruppenfoto am schwierigsten, die meinen, die Gruppe unterhalten zu müssen.

Das ist ganz klar Aufgabe des Fotografen/der Fotografin. Mit etwas Humor, der nicht aufgesetzt wirken darf, kann man meiner Erfahrung nach relativ leicht dafür sorgen, dass sich alle wohl fühlen.

 

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Warum bloggst du jetzt doch?

Und wie oft veröffentlichst du etwas?

Tatsächlich habe ich ziemlich lange mit dem Gedanken gespielt, bis ich begonnen habe zu bloggen.

Mir fehlten die Ideen worüber ich schreiben könnte, wie der Rahmen aussehen könnte und ich hatte Respekt vor dem Social Media Wahnsinn, den sowas ja schnell mit sich bringen kann.

Irgendwann kam eine Initialzündung, (an der du, liebe Sabina, ja nicht unbeteiligt bist) die dazu geführt hat, dass ich plötzlich eine Vorstellung hatte und dann habe ich einfach losgelegt.

Meine Website komplett neu gebaut und den Blog integriert. Ich blogge – eigentlich ganz naheliegend – über aktuelle Fotoaufträge und Erlebnissen aus 20 Jahren Berufserfahrung.

Bei Instagram wird das Ganze noch durch Geschichten aus meinem Leben als Mama, Nordenderin (beliebter Frankfurter Stadtteil, Anm.d.R.), Urlauberin, „Musikerin“, Köchin und vielem mehr ergänzt.

 

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Warum hast du dich fürs Fotografieren entschieden und nicht etwas „Vernünftiges“ gelernt wie dein Vater es so charmant formulierte, wie das nun einmal nur Väter können?

 

Richtig, mein Vater ist in seiner Freizeit selbst leidenschaftlicher Fotograf ist und hat mich erfolgreich für die Fotografie begeistert. Er hätte es eigentlich besser gefunden, wenn ich Lehrerin geworden wäre.

Aber er merkte schnell, dass ich sowieso mein Ziel verfolgen würde und hat mich dann darin unterstützt. Für mich hätte es ohnehin nichts Vernünftigeres geben können als die Fotografie.

 

Liebe Julia, ich danke dir!

Wie fotografiert ihr für den Blog? Und woher holt ihr eure Tipps? Meerblaue Grüße

 

-Sabina

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  1. Hallo Sabina,
    erst mal muss ich sagen, dass deine Fotografin sehr sympathisch „rüberkommt“, sowohl auf den Fotos wie auch im Text.
    Und zum zweiten: deine professionellen Fotos, da könntest du in einem Modemagazin landen. Foto 1 und 2 von dir sind toll, mein persönlicher Favorit ist das letzte von dir, auf der Treppe. Sehr schön. Auch wenn du die Haare so trägst, gefällt mir sehr.
    Schöne Grüße
    Claudia

  2. Guten Morgen liebe Sabina,
    ein reizender Artikel. Kein Wunder, dass Du Dich so offensichtlich wohl fühlst vor der Kamera (kann ich gar nicht). Der Blog von Julia (gefunden!!) ist auch sehr schön.
    Ihr passt sympatisch gut zusammen.
    Liebe Grüße, Nicole

  3. Das ist ja ein interessantes Interview mit sehr hilfreichen Tipps, vielen Dank! Ich lese öfters etwas über Photographie und die Tipps sind absolut aktuell!Fantastische Fotos!
    Liebe Grüße,
    Claudia