Wie ich einmal vor eine Fotografen-Meute und dann in die Hessenschau geriet

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Der Montag begann ja vielversprechend: Sonne satt und ein schöner Pressetermin vor der Alten Oper. Um die Kultur in Hessen soll es gehen. Genauer gesagt, ein Keltenfürst sollte enthüllt werden. Ein schöner, hochrangiger Termin, der harmlos klang, mir als Frankfurtbloggerin wunderschöne Bilder zum Vorstellen für meine Leser bringen würde, aber damit endete, dass plötzlich ein Haufen Fotografen sich auf mich stürzte und wie wild anfing zu shooten.

Damit nicht genug: Kameramann und Reporter der hiesigen Hessenschau bauten sich vor mir auf und hielten mir Kamera und Mikro vor die Nase. Ich sollte meine Meinung zum Keltenfürsten aus Pappmasche äußern!

 

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Alles hatte ganz harmlos begonnen. Ich war pünktlich erschienen am Brunnen vor der Oper. Fotografen, Kameraleute und Journalisten von Funk, Print und TV waren versammelt. Die Pressedame, die mich eingeladen hatte, begrüßte mich. Dann begann der Minister seine Rede, der Künstler redete auch und sagte sowas Einprägesames wie „Der Keltenfürst soll für die Hessen werden, was König Ludwig für die Bayern ist.“

Nette Idee, dachte ich mir. Später erzählte er noch, dass der Kelte 25-mal nun bis zum 14. Oktober vor der Oper steht, weil das Gesetz der Wiederholung ja dafür sorgt, dass wir Menschen uns erinnern.

 

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Gut. Reden fertig gehalten. Fünfundzwanzig Mal enthüllten Minister und Künstler die Statue. Alle plauderten und netzwerkten so vor sich hin. Die Runde war fast schon dabei sich aufzulösen, da erinnerte ich mich daran, dass eine Bloggerin ihren Leserinnen ja etwas bieten muss. Also alberten die Pressedame und ich zwischen dem Kelten fotomäßig ein bißchen herum.

Zack, fuhren die Fotografen ihre Linsen aus. Ich sage euch, es ist das eine, wenn eine dir vertraute Person dich ständig fotografiert. Aber fast so paparazzimäßig viele Fotojournalisten vor mir zu haben, war schon ein Ding. Hui, dachte ich mir. Naja, zappelste noch ein wenig weiter, bis wir unsere Bilder haben und gut ist.

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Doch da war die Hessenschau vor: Justamente als ich die Stelle verlassen wollte, schaute ich in deren Kamera und formulierte meine Meinung zum Keltenfürsten in ein Mikrofon. Und daher werde ich dem Künstler wohl ewig dankbar sein für sein Statement zuvor: Ich erzählte irgendetwas von König Ludwig und wie wunderbar es doch für Hessen sei, dass das Land auch endlich eine einprägsame Figur hätte.

 

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Und dachte die ganze Zeit immer: „Subjekt-Prädikat-Objekt, Sabina. Dann Punkt. Nicht zu viel reden.“ Puh. Dann hatte der Hessische Rundfunk seinen O-Ton im Kasten, ich habe immerhin nicht gestottert, so dass sie mich ganz am Ende des Videos sogar haben zu Wort kommen lassen, nach zwei anderen Herren.

Meine Eltern waren jedenfalls stolz und fanden, ich hätte das prima gemacht. Und meinen Mann, dem Sprachenfachmann viel auch gleich auf, dass ich gut als Touristin oder Moderatorin durchgehen könnte, weil ich als Einzige keinen Dialekt sprechen würde. Die anderen Befragten babbelten wunderschönes Frankfurterisch.

 

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Natürlich hatte ich mir auch Gedanken über meinen Look gemacht. Denn was ziehe ich denn an zum Termin mit einem Landesminister? Weil es morgens noch sehr frisch war, war erstmalig die neue Oversize-Jacke im Sherlock-Stil passend. Die schwarze Velourlederhose kombinierte ich zu schwarzen Loafern, denn es sollte ja auch praktisch sein.

Damit war ich fast ein bißchen „overdressed“, aber ich habe ja auch einen Ruf zu verteidigen als Modebloggerin 😉 Die Tasche musste natürlich praktisch sein und Platz für meine Kamera bieten, Markenlabel hin oder her.

 

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Fazit: In einem Printmagazin wie etwa im Magazin der F.A.Z. zu erscheinen, ist leichter als plötzlich im TV aufzutauchen, muss ich trotz meiner Erfahrung als Komparsin in zahlreichen Tatorts und Fernsehfilmen gestehen. Meine Lieblingsrolle im Theater habe ich euch in einem Video mal verraten. „Warum ich gern die Minna bin.

 

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Keltenfürst und Kultur in Hessen

Besagter Herr soll also nicht nur Markenbotschafter des Bundeslandes sein, sondern sowas wie der bayerische König Ludwig für die Hessen werden. Wer soll da etwas gegen haben? Vor allem, weil die Entdeckung der Kelten hier in der Gegend für Kinder ein seltenes Abenteuer verspricht. Ein sehr witziger Zufall war, dass meine ständige Fotografin Julia Bergenser mit ihren Kindern am Sonntag zuvor die Keltenwelt am Glauberg bei Frankfurt besucht und ich ihre wie immer eindrucksvollen Fotos davon auf Instagram bewundert hatte.

Wer jetzt noch mehr über die Kelten in Hessen lesen will, schaut diesen Freitag gern gleich mal in meinem InsideFFMBlog auf Frankfurt-Tipp.de! Ich freue mich auf euch.

 

Wart ihr schon mal in Hessen? Welche Region steht auf eurer Bucket-List? Meerblaue Grüße

-Sabina

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  1. Ist doch klar, dass sich die Presse auf das stürzt, was sich bewegt 😉 Politiker sind viel zu langweilig.
    Ich habe zwei Semester in Gießen studiert – und dann Reißaus genommen. Ich konnte mich weder mit der Stadt noch mit dem Dialekt anfreunden. Wenn ein alter Freund, der aus Frankfurt stammt, dagegen losbabbelt, dann hör ich ihm liebend gern zu. Er ist allerdings auch in 20 Jahren Hamburg sozialisiert worden *grins* Aber dieses „schleppende“ Hessisch, das mag ich so gar nicht.
    Was auf meiner Bucket List steht? Ich fürchte, da würde das Kommentarfeld nicht ausreichen 🙂
    Liebe Grüße
    Fran

    1. Da wir ja in Deutschland eh alle Dialekt sprechen, findet sicher so jeder seins. Und das Hessische ist megawitzisch. Außerdem habe ich die persönliche Erfahrung gemacht, dass vieles bei mir immer damit zu tun hatte, ob ich mich irgendwo wohlfühlen wollte. Als ich nach Stuggtart zog, wusste ich: Das wird nix. Aber das lang weniger an Land und Leuten und eher an meiner mangelnden Aufgeschlossenheit……eines meiner Libelingsrezepte hab ich mir von dort mitgebracht.

      Übrigens: Das hätteste mir ruhig vorher sagen können ;-))) Ich mach keinen Schritt mehr bei Kameras….Schöne Woche noch und LG Sabina

  2. Der Keltenfürst hat war, obwohl er eher grimmig guckt und ein wenig mumifiziert wirkt. Wie gut, dass Du inzwischen presse-geübt bist. Das hast Du souverän gemeistert 🙂

    In Hessen war ich bisher nicht – nur auf der Durchreise.

    Liebe Grüße Sabine

  3. Na da haste ja was erlebt…. und Dich super gut geschlagen !! Muss ich mir mal merken mit dem Subjekt Prädikat Objekt..also nicht dass ich das nicht mal gelernt hätte in der Schule, aber es ist ein guter Gedankenanker, wenn man mal unerwartet von der Seite angequatscht wird 😉 Zum Glück machste ja vom Styling her immer ne gute Figur, somit warste ja auch in dieser Hinsicht bestens vorbereitet auf die Fotografenschüsse. Liebe Grüße nach Frankfurt (wo ich noch nie war) Bianca